Pestizide: Hunderte Lebensmittel bei Aldi und Lidl nun verseucht

Ein Blick in eine beleuchtete Aldi-Filiale vom Parkplatz des Discounters. Viele Kunden stehen an der Kasse und warten darauf, dass sie abkassiert werden. Es ist bereits dunkel, also spät am Abend.
Symbolbild © imago/Wassilis Aswestopoulos

Da vergeht einem der Appetit: Bestimmte Produkte bei Aldi und Lidl lässt man lieber im Regal. Eine Untersuchung im Labor offenbart jetzt das Ausmaß des Problems. Das steckt hinter der für Verbraucher besorgniserregenden Nachricht.

Es sind Ergebnisse, die für Aufsehen sorgen. Ein Händler lässt das jedoch nicht auf sich sitzen: Discounter Lidl hat inzwischen Stellung bezogen.

Verbraucherorganisation testet Lebensmittel – die Ergebnisse

Ob Salz, Pfeffer oder Knoblauchpulver – Gewürze sind das Herzstück jeder Küche und kaum wegzudenken. Sie verleihen einfachen Zutaten Tiefe und peppen jede Mahlzeit unkompliziert auf. Besonders Kreuzkümmel ist mit seinem erdig-würzigen Geschmack unverzichtbar für Chilis, orientalische Couscous-Pfannen oder indische Currys. Doch die Freude am Kochen wird jetzt womöglich etwas getrübt: Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat verschiedene Gewürze genauer unter die Lupe genommen ‒ und die Ergebnisse aus dem Labor lassen die Alarmglocken klingeln.

Vorsicht: Diese Produkte bei Aldi und Lidl sind belastet

In einem Test wurde das verbotene Herbizid Flamprop im gemahlenen Kreuzkümmel der Lidl-Eigenmarke Kania nachgewiesen, wobei die chemische Substanz den behördlich festgelegten Höchstwert deutlich übertraf ‒ um das 217-Fache. Trotz dieser Belastung stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die betroffene Importware aus Indien als zwar nicht verkehrsfähig ein. Zugleich geben die Experten Entwarnung bezüglich einer akuten Gesundheitsgefahr für Verbraucher, weil üblicherweise nur überschaubare Dosen zum Würzen zum Einsatz kommen.

Lesen Sie auch
Krise: Hohe Strompreise setzen deutsche Industrie unter Druck

In eigens beauftragten Tests hat Discounter Lidl eigenen Angaben nach keine solche Belastung gefunden. Auch bei Produkten der Konkurrenz wurden Rückstände von Pestiziden nachgewiesen, etwa bei dem edelsüßen Paprikapulver der Aldi-Eigenmarke Le Gusto. Vier der gefundenen Substanzen sind in der EU nicht zugelassen. Im Chilli Mix der Marke Rewe konnten die Verbraucherschützer die meisten Pestizide finden. An der Zahl waren es insgesamt 22 verschiedene Substanzen. Auch einige Tees und Reissorten sind betroffen. Foodwatch stellt eine klare Forderung: Belastete Produkte, die gesetzlich festgelegte Höchstwerte überschreiten, sollen aus dem Verkehr gezogen und zurückgerufen werden. Wer gerne den Milchreis von Dr. Oetker isst, kann übrigens aufatmen – nach Foodtwach-Angaben liegt keine Pestizidbelastung vor.

(Quellen: Foodwatch, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)