
Die nächste Preiswelle rollt nun an: Weizen, Mais und Zucker werden deutlich teurer. Damit wird der Einkauf im Supermarkt für die Verbraucher schon bald spürbar kostspieliger.
Erst an der Zapfsäule, jetzt im Einkaufswagen: Neue Preissprünge bei wichtigen Rohstoffen könnten schon bald auch die Supermärkte erreichen.
Weizen, Mais, Zucker: Die Preise ziehen kräftig an
Wer derzeit durch deutsche Supermärkte geht, erlebt vielerorts erstaunliche Ruhe bei den Lebensmittelpreisen. Im August lagen sie gerade einmal 0,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Doch im Hintergrund braut sich etwas zusammen. An den internationalen Rohstoffmärkten sind wichtige Agrargüter zuletzt regelrecht durch die Decke gegangen. Und das könnte zeitversetzt auch beim Einkauf zu spüren sein.
Besonders heftig hat es den Weizen erwischt. Seit Jahresbeginn ist der Preis um rund vierzig Prozent gestiegen – so teuer war der Rohstoff seit drei Jahren nicht mehr. Allein im August legte Weizen laut der Finanzdatenbank LSEG um rund zwanzig Prozent zu. Zucker schoss sogar um knapp 31 Prozent nach oben. Auch Mais und Reis verteuerten sich deutlich. Ein Grund: Das Wetter spielt immer häufiger verrückt. Extreme Hitze und Trockenheit setzen den Anbaugebieten zu – in Europa ebenso wie in den USA. Zusätzlichen Druck bringt die Lage am Schwarzen Meer. Angriffe auf Häfen und Schiffe beeinträchtigen einen der wichtigsten Exportwege für Russland und die Ukraine. Beide Länder stehen zusammen für mehr als ein Viertel der weltweiten Weizenexporte. Und auch beim Mais wird es eng: Das US-Landwirtschaftsministerium rechnet für 2026/27 damit, dass der weltweite Verbrauch die Produktion um fast dreißig Millionen Tonnen übersteigt.
Vom Acker bis ins Regal – jetzt droht die nächste Welle
Dazu kommt Brasilien. Dort steigt der Maisverbrauch, unter anderem wegen der wachsenden Ethanolproduktion. Gleichzeitig wird Zuckerrohr verstärkt für Biokraftstoff verwendet. Das kann das Angebot an Zucker für den Weltmarkt zusätzlich verknappen. Auch die Energiepreise verschärfen die Lage. Teures Erdgas macht Dünger kostspieliger, hohe Dieselpreise verteuern Landmaschinen, Transport und Logistik. Die höheren Kosten kommen allerdings nicht sofort beim Verbraucher an. Sie wandern erst nach und nach durch die Lieferkette. Deshalb könnte der große Preisschub im Supermarkt noch bevorstehen.
Ein Blick zurück zeigt, wie stark die Lebensmittelpreise bereits gestiegen sind: Zwischen August 2021 und August 2026 verteuerten sich Lebensmittel und alkoholfreie Getränke in der EU um 34 Prozent. In Ungarn waren es sogar 57 Prozent, in Bulgarien 54 und in Rumänien 53 Prozent.
(Quellen: EU-Kommission, USDA, Destatis)














