
Die Packung sieht fast genauso aus, der Preis wirkt vertraut – doch zu Hause steckt plötzlich weniger drin. Hersteller nutzen verschiedene Methoden, um Preissteigerungen für Kunden schwerer erkennbar zu machen. Wer beim Einkauf nur auf den Preis am Regal schaut, kann deshalb schnell mehr bezahlen als gedacht.
Lebensmittel sind teuer geworden. Doch nicht jede Preiserhöhung springt Kunden sofort ins Auge. Manchmal bleibt der Verkaufspreis sogar gleich. Die Verbraucherzentralen zeigen aktuell, mit welchen Methoden Hersteller Kostensteigerungen verstecken – und worauf Kunden im Supermarkt achten sollten.
Kunden zahlen immer mehr im Supermarkt – Preis-Tricks bleiben unentdeckt
Besonders bekannt ist die sogenannte Shrinkflation. Dabei schrumpft der Inhalt, während die Verpackung nahezu gleich aussieht und der Preis häufig unverändert bleibt. Aus 200 Gramm Chips können beispielsweise 160 Gramm werden. Für Kunden steigt damit der Preis pro Kilogramm deutlich, obwohl an der Kasse zunächst derselbe Betrag erscheint. Wie drastisch das ausfallen kann, zeigt die Verbraucherzentrale Hamburg am Milky-Way-Multipack: Statt neun enthält eine Packung inzwischen fünf Riegel.
Die Füllmenge sank von 193,5 auf 107,5 Gramm. Zwar reduzierte sich bei vielen Händlern auch der Verkaufspreis, trotzdem errechnet die Verbraucherzentrale eine versteckte Verteuerung von rund 38 Prozent. Bei Ofen-Chips von funny-frisch sank der Inhalt laut Verbraucherzentrale von 125 auf 115 Gramm. Bei gleichem Preis verteuerte sich das Produkt dadurch um fast zehn Prozent.
Hersteller tricksen und treiben die Preise nach oben
Doch weniger Inhalt ist längst nicht der einzige Trick. Bei der sogenannten Skimpflation verändert sich stattdessen die Rezeptur. Hersteller reduzieren beispielsweise den Anteil teurer Zutaten oder ersetzen sie durch günstigere Rohstoffe. Die Verbraucherzentrale nennt als Beispiel Pesto, bei dem Cashewkerne die teureren Pinienkerne ersetzen können. Auch Olivenöl kann Sonnenblumenöl weichen. Hinweise wie „neue Rezeptur“ oder „verbesserte Rezeptur“ sollten Kunden deshalb nicht automatisch als Qualitätsversprechen verstehen. Daneben gibt es weitere Fallen. XXL-Packungen müssen pro Kilogramm nicht günstiger sein als kleinere Packungen.
Kunden können sich trotzdem schützen. Der wichtigste Wert steht häufig klein am Preisschild: der Grundpreis pro Kilogramm oder Liter. Er macht unterschiedliche Packungsgrößen direkt vergleichbar. Bei bekannten Produkten lohnt zusätzlich ein Blick auf die Füllmenge. Die Verbraucherzentralen fordern inzwischen deutlich strengere Regeln. Änderungen bei Menge oder Zusammensetzung sollen Hersteller nach ihrer Forderung sichtbar auf der Verpackung kennzeichnen. In einer Umfrage bewerteten 81 Prozent der Befragten indirekte Preiserhöhungen durch Mogel-Packungen als Täuschung. 87 Prozent wünschten sich bei Shrinkflation einen deutlich sichtbaren Warnhinweis.
Quellen: Verbraucherzentrale Bundesverband, Verbraucherzentrale Hamburg, Verbraucherzentrale Niedersachsen.














