Preiswende im Supermarkt: Beliebte Marken ziehen die Preise an

Die Hand einer Person vor einem Kühlschrank. In der Hand wird ein Kassenbon gehalten, auf dem eine Einkaufssumme zu sehen ist. Im Kühlschrank liegen verschiedene Lebensmittel und Getränke.
Symbolbild © imago/Hanno Bode

Während Eigenmarken billiger werden, ziehen die Preise bekannter Marken spürbar an. Wer im Supermarkt nicht aufpasst, zahlt trotz Sparaktionen am Ende deutlich mehr als gedacht.

Der Einkauf wirkt günstiger – doch der Kassenbon erzählt eine andere Geschichte. Warum viele trotzdem mehr zahlen als gedacht, zeigt sich erst auf den zweiten Blick.

Preisfalle zwischen Eigenmarke und Logo

Zum Jahresbeginn drehen Aldi, Lidl und Co. scheinbar großzügig an der Preisschraube. Reis, Brötchen, Nudeln – viele Grundnahrungsmittel aus dem Eigenmarken-Regal werden günstiger. Wer nur flüchtig durch die Gänge schlendert, könnte glauben: Endlich Entlastung! Doch spätestens an der Kasse folgt das böse Erwachen. Denn während No-Name-Produkte billiger werden, ziehen viele bekannte Marken deutlich an.

Besonders Haushalte, die aus Gewohnheit zu bekannten Logos greifen, spüren die Preiswende. Markenprodukte kosten plötzlich spürbar mehr als noch vor wenigen Monaten. Für viele bleibt Einkaufen damit ein Drahtseilakt zwischen Sparwillen und Markenvertrauen.

Das geheime Doppelspiel der Hersteller

Was viele nicht wissen: Hinter Marken- und Eigenmarkenprodukten stecken oft dieselben Hersteller. Darüber sprechen sie allerdings ungern. Wer Eigenmarken für Supermärkte produziert, kann seine Produktionskapazitäten besser auslasten. Mehr Ware, weniger Leerlauf – das spart Geld. Auch in der Logistik wird es günstiger, wenn mehrere Produkte zum selben Händler gehen. Noch wichtiger: Bei Eigenmarken fallen teure Posten weg. Keine Werbung, kein Markenaufbau, kein Kampf um Händler. Der Supermarkt ist fester Abnehmer, Vertrieb und Logistik laufen einfacher. So können Hersteller auch mit günstigen Produkten Gewinn machen. Manche produzieren ausschließlich Eigenmarken, andere fahren das lukrative Doppelmodell.

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Und die Qualität? Laut der Verbraucherzentrale Berlin sind No-Name-Produkte meist genauso gut wie Markenware. Das bestätigt auch die Stiftung Warentest: In einer Analyse von 1.400 getesteten Lebensmitteln schnitten Eigenmarken mit der Note 2,7 sogar minimal besser ab als Markenprodukte mit 2,8. Marken sparen nämlich nicht selten an teuren Zutaten. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich also immer. Wer clever einkauft, kann trotz Inflation sparen: Einkaufszettel schreiben, Sonderangebote gezielt nutzen und sich nicht von Blickfang-Regalen täuschen lassen – denn teure Marken stehen größtenteils auf Augenhöhe, günstige Eigenmarken weiter unten. Sogar abgelaufene Lebensmittel sind oft reduziert und noch genießbar.

(Quellen: Preisangaben von Aldi Süd und Aldi Nord, Lidl Deutschland, Marktanalysen von NielsenIQ und GfK)