Räumung: Kahlschlag bei Saturn – Region verliert ihre letzte Filiale

Auf dem Bild ist ein Elektronikmarkt zu sehen. Zahlreiche Kunden bewegen sich durch die weitläufigen Gänge, informieren sich über Produkte oder sprechen mit Mitarbeitenden. In der Mitte des Marktes beraten Verkäufer in blauen Uniformen mehrere Personen.
Symbolbild © imago/photothek

In Deutschland setzt sich die Serie an Standortschließungen im Einzelhandel fort. Unternehmen aus verschiedensten Branchen reagieren auf steigende Kosten und eine schwächelnde Nachfrage. Eine Region verliert nun ihre letzte Saturn-Filiale.

Viele Betriebe sehen sich gezwungen, Filialen zu reduzieren, Produktionsstätten zusammenzulegen oder den Betrieb ganz einzustellen. Besonders betroffen sind Standorte mit hohen Fixkosten oder geringer Rentabilität – häufig auch in Regionen, die bereits geschwächt sind.

Saturn wird sukzessive zurückgefahren

Der Elektronikhandel in Deutschland steht unter einem hohen Wettbewerbsdruck. Neben dem stationären Handel spielen Online-Anbieter eine immer dominantere Rolle. Marktgrößen wie Amazon setzen traditionelle Elektronikmärkte mit aggressiven Preisen, schneller Lieferung und riesigen Sortimenten unter Druck. In den vergangenen Jahren hat Saturn bereits zahlreiche Filialen geschlossen oder zusammengelegt, und weitere Schließungen stehen im Raum. Viele Standorte gelten als wirtschaftlich nicht mehr tragfähig, da die Umsätze seit geraumer Zeit stagnieren und der stationäre Handel zunehmend durch den Online-Wettbewerb unter Druck gerät. In einigen Innenstädten sind dadurch bereits markante Verkaufsflächen weggefallen. Somit ist bereits jetzt klar: Die Zeit der großen Saturn-Flächenmärkte gehört vielerorts der Vergangenheit an.

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Ausverkauf: Region verliert ihre letzte Filiale

Während Saturn Standorte verliert, baut Schwesterunternehmen MediaMarkt seine Präsenz in vielen Regionen aus. Beide Marken gehören zum gleichen Konzern. Statt zwei parallele Marken mit überlappenden Sortimenten zu führen, konzentriert sich der Konzern zunehmend auf MediaMarkt als stärkere, wiedererkennbarere Marke im stationären Bereich. An mehreren früheren Saturn-Standorten entstehen bereits neue MediaMarkt-Filialen. Ziel ist es, ein einheitlicheres Markenbild zu schaffen, das besser auf die Bedürfnisse der Kundschaft abgestimmt ist.

Bereits im Sommer wurde bekannt, dass Saturn in vielen deutschen Städten Filialen aufgibt und zahlreiche Standorte in Märkte des Schwesterunternehmens MediaMarkt umwandelt. Auch in Baden-Württemberg setzt der Konzern dieses Vorgehen um: In den Königsbau Passagen in Stuttgart eröffnete MediaMarkt anstelle des bisherigen Saturn-Markts. In der Region Stuttgart betreibt der Konzern inzwischen mehrere MediaMärkte, bislang blieb nur noch ein Saturn-Standort übrig – im MARSTALL in Ludwigsburg. Zum Jahresende wird nun auch diese Filiale geschlossen. Der Ausverkauf läuft bereits.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Stuttgarter Nachrichten, MediaMarktSaturn)