Regel: Besuch im Nagelstudio könnte strafbar für Kunden werden

Eine nicht zu erkennende Frau hat ihre linke Hand auf eine Erhöhung auf einem weißen Tisch gelegt. Die rechte Hand wird von einer anderen nicht zu erkennenden Frau gehalten, die ihr die Nägel pfeilt. Die Dienstleisterin trägt Handschuhe. Im Hintergrund erkennt man eine weitere Kundin sowie eine Frau, die dieser die Nägel macht.
Symbolbild © istockphoto/Phynart Studio

Nach einer neuen Regelung, die derzeit von der Bundesregierung diskutiert wird, könnte für Kunden, die ein Nagelstudio besuchen, bald eine Strafe drohen. Denn sie sollen unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls belangt werden können.

Geht es nach einem neuen Gesetzesentwurf, soll bald Kunden, die ein Nagelstudio besuchen, ebenfalls eine empfindliche Strafe drohen können. Dabei müssen jedoch gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, damit man plötzlich ebenfalls in den Fokus der Polizei rückt.

Der Boom mit den künstlichen Nägeln: Tausende Nagestudios in Deutschland

Nach offiziellen Angaben gibt es schätzungsweise 8.000 bis 15.000 Nagelstudios in Deutschland. Experten rechnen jedoch mit deutlich mehr Studios, da es auch viele Menschen gibt, die ein Kleingewerbe in diesem Bereich angemeldet haben oder mobil unterwegs sind. Deshalb liegen die Schätzungen bei weit über 60.000 Nagelstudios. Und das Geschäft boomt. Ein Studio kann durchaus einen Umsatz zwischen 50.000 und 100.000 Euro erreichen. Bei den offiziellen Gewerbe-Anmeldungen haben die meisten Inhaber mehrere Angestellte, sodass sie die Kundenanfragen bedienen können. Preislich gesehen liegt eine Neumodellage bei ca. 50 bis 65 Euro. Laut Umfragen suchen über drei Millionen Menschen regelmäßig ein Nagelstudio auf, um sich professionell die Nägel machen zu lassen. Mit 73 Prozent überwiegt zwar die weibliche Bevölkerung. Aber auch Männer sind mit 27 Prozent vertreten.

Besuch im Nagelstudio: Kunden können sich strafbar machen

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Allerdings könnte der Besuch in einem Nagelstudio für die Kunden bald mit einer bösen Überraschung enden. Denn diese stehen schon lange im Visier der örtlichen Behörden. Dabei geht es nicht nur um nicht erfolgte Anmeldungen und entsprechende Steuerabgaben, sondern auch um Schwarzarbeit und Menschenhandel. Insbesondere Letzteres hat die Regierung nun auf dem Radar. Denn viele Menschen, vornehmlich aus Vietnam, beutet man aus. Sie kämen illegal durch Menschenhändler und Schmuggler nach Deutschland und würden nur wenig oder sogar gar kein Geld für ihre Arbeit bekommen.

Und was hat dies mit den Kunden zu tun? Wer Kenntnis davon hat, dass ein Mensch dort ausgebeutet wird und dies nicht meldet, soll sich zukünftig mit strafbar machen. Kunden können eine solche Ausbeutung beispielsweise daran erkennen, dass ein Nageltermin weit unter dem üblichen Preis liegt. Dies deute schon einmal darauf hin, dass hier etwas nicht stimmen kann. Zudem müsse man achtsam sein, wenn während der Behandlung das Nagelstudio abgeschlossen wird oder es geheime Hinterräume gibt. Auch wenn Männer diesen Job übernehmen, sollte man vorsichtig sein, da er in Vietnam als typischer Frauen-Job gilt. Noch handelt es sich nur um einen Gesetzesvorschlag, den Bundestag und Bundesrat verabschieden müssen.

(Quellen: Bundesregierung, Zeit, WDR, Bundesjustizministerium)