Regenwasser sammeln? Das kann richtig teuer werden

Grüner Garten mit Regentonne aus Holz. Hier sammeln die Bürger das Regenwasser für später und wollen Geld sparen – doch das kann mit Gebühren verbunden sein.
Symbolbild © istockphoto/schulzie

Regenwasser im Garten sammeln klingt sinnvoll, um Trinkwasser zu sparen und die Umwelt zu schonen. Doch für viele Grundstücksbesitzer kann dieser vermeintlich einfache Schritt unerwartete Kosten mit sich bringen. 

Grundsätzlich ist das Sammeln von Regenwasser in Deutschland erlaubt. Grundstückseigentümer dürfen Niederschlagswasser auffangen und zur Gartenbewässerung oder für andere interne Zwecke nutzen. Besonders verbreitet sind Zisternen oder Regentonnen, doch das kann schnell richtig teuer werden.

Versteckte Kostenfalle verärgert die Bürger: Teures Regenwasser

Dort, wo das gesammelte Wasser ins Spiel mit dem kommunalen Kanalnetz kommt, beginnt die Kostenfalle. Viele Städte und Gemeinden berechnen Gebühren für das Regenwasser. Diese werden für das Wasser fällig, das von versiegelten Flächen in die öffentliche Kanalisation läuft. In einigen Regionen liegt dieser Betrag bei rund 0,70 bis 1,90 Euro pro Quadratmeter pro Jahr. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit großen Dachflächen summieren sich diese Gebühren schnell auf mehrere hundert Euro.

Der Schlüssel zur Kostenersparnis liegt darin, das Regenwasser nicht in die Kanalisation zu leiten. Wird das Wasser in einer Zisterne gesammelt und vor Ort versickert oder für die Gartenpflege genutzt, gelten meist günstigere oder gar keine Niederschlagswassergebühren. Das setzt allerdings voraus, dass entsprechende technische Anlagen vorhanden sind und korrekt angeschlossen werden. Solche Systeme sind jedoch nicht billig. Die Anschaffung einer Zisterne kann mehrere tausend Euro kosten. Darüber hinaus fallen regelmäßig Wartungs- und Instandhaltungskosten an.

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Pflichten für Millionen Bürger: Erlaubnis für Regenwasser im Garten

Ein weiteres Kostenrisiko besteht, wenn Teile der Anlage in Wasserschutzgebieten oder in besonderen Bodenverhältnissen stehen. In solchen Fällen kann eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich sein, wodurch noch mehr Gebühren entstehen. Einige Gemeinden fordern auch Einbau und Eichung von Messgeräten, um die Wassermengen zu erfassen. Verbraucherschützer und Umweltbehörden weisen darauf hin, dass Verbraucher sorgfältig prüfen sollten, wie kommunale Gebühren, technische Lösungen und langfristige Wartung zusammenspielen.

Eine einfache Regentonne im Garten bleibt meist kostengünstig und effizient. Komplexe Systeme mit Zisternen, Pumpen und interner Nutzung sollten dagegen frühzeitig mit Kostenkalkulation, Bauvorschriften und kommunaler Gebührenordnung abgeglichen werden. Für Grundstücksbesitzer bedeutet das: Regenwasser sammeln kann sinnvoll und langfristig kostensparend sein – wenn man die technischen Anforderungen und kommunalen Regeln kennt. Ohne diese Planung kann es leicht teuer werden. Wer heute über Regenwassernutzung nachdenkt, sollte daher nicht nur den ökologischen Nutzen im Blick haben, sondern auch die finanziellen Folgen genau kalkulieren.

(Quellen: Umweltbundesamt, Statistisches Bundesamt, ADAC, kommunale Abwassersatzungen)