Regionale Lebensmittel vor dem Aus – Erzeuger schlagen Alarm

In der Abenddämmerung geht ein Landwirt mit dickerer Kleidung über den Teil seines Feldes, der bereits abgeerntet ist. Im Hintergrund steht sein Trecker, der mit seinem Scheinwerfer-Licht das Feld erhellt.
Symbolbild © istockphoto/SimonSkafar

Einmal mehr schlagen die Erzeuger in ganz Deutschland Alarm. Denn geht dies so weiter, stehen regionale Lebensmittel vor dem Aus. Es müssen sich dringend einige Rahmenbedingungen ändern.

Die anhaltende Dürre treibt viele Familienbetriebe in die Enge. Weil das Wetter die Natur hart trifft, gibt es dieses Jahr viel weniger Nahrung aus der Region. Die Verzweiflung im Alltag wächst daher rasant. Viele Inhaber bangen jetzt sogar um das nackte Überleben ihrer Höfe.

Nach trockenem Sommer folgen harte Monate: „Kaum Ernten“

Deutschland leidet in diesem Sommer unter einer ausgeprägten Trockenheit, die den Landwirten schwere Einbußen beschert. Mehrere Hitzewellen und ein extremes Niederschlagsdefizit haben im Südwesten und Süden des Landes zu einer Region geführt, die unter Bauern bereits als „Sahelzone Deutschlands“ bezeichnet wird. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat die Lage offiziell als „Krise von nationaler Tragweite“ eingestuft. Laut dem amtlichen Erntebericht und den Bilanzen des Deutschen Bauernverbandes treffen die Ernteausfälle die Betriebe dieses Jahr besonders har.

Die Getreideernte bricht im Vergleich zum Vorjahr um rund 7,3 Prozent auf 37,4 Millionen Tonnen ein. Noch drastischer ist es beim Winterraps, einer zentralen Speiseöl- und Futterpflanze: Hier stürzten die Erträge wegen Dürre und akutem Schädlingsbefall um 11,5 Prozent, regional sogar noch stärker, in den Keller. Durch wochenlangen Trockenstress und Temperaturen von teilweise über 40 Grad sind die Knollenansätze der heimischen Kartoffeln winzig geblieben. Beim Mais zeichnen sich Ertragsverluste von über 20 Prozent ab. Weil auf den Weiden kaum noch Gras wächst, müssen Viehhalter teures Futter zukaufen, um ihre Tiere über den Winter zu bringen.

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Regionale Lebensmittel vor dem Aus: Landwirte haben weitere große Probleme

Neben den extremen Wetterkapriolen und den hohen Kosten sind es vorwiegend die überbordende Bürokratie und die aktuelle Agrarpolitik, die viele Landwirte in Deutschland zur Verzweiflung und schlussendlich zur Aufgabe zwingen. Die Landwirte kritisieren, dass sie mehr Zeit am Schreibtisch als auf dem Feld oder im Stall verbringen müssen.

Landwirte müssen insbesondere akribisch und digital dokumentieren, wann sie wo, wie viel und welchen Dünger ausbringen. Jede Abweichung droht mit empfindlichen Bußgeldern oder dem Entzug von Fördergeldern. Dies gilt auch für die Dokumentation des Lebens eines Nutztieres. Zudem zwingen andere Vorgaben die Landwirte in die Knie. So dürfen sie  laut einer neueren EU‑Verordnung nicht mehr Werbeversprechen aufdrucken lassen, wenn diese nicht unabhängig beweisbar sind. Solche Vorgaben kosten die Landwirte enorme Summen. Experten warnen, dass dies im Worst Case leere Supermarkt-Regale bedeuten könne.

(Quellen: Unser Land)