Rekord: Deutsche geben immer mehr Geld für Bio-Produkte aus

Auf dem Bild sieht man eine REWE-Bio-Verpackung mit gewürzten Hähnchenflügeln, deren Etikett Informationen zu Tierwohl und Bio-Qualität hervorhebt. Durch die transparente Folie ist das Fleisch im Hintergrund erkennbar.
Symbolbild © imago/W2Art

Das ist doch mal ein Rekord der besonderen Art. Die Deutschen geben trotz steigender Kosten immer mehr Geld für Bio-Produkte aus. Sie setzen damit ein Zeichen für nachhaltigen Konsum.

Dieser Rekord dürfte einige sehr freuen und andere doch auch verwundern. Die Deutschen geben immer mehr Geld für Bio-Produkte aus. Trotz höherer Lebenshaltungskosten und Geldknappheit ist einigen nachhaltiger Konsum eben dennoch wichtig.

Herstellung nach ökologischen Standards

Bio-Produkte sind Lebensmittel und Güter, die nach ökologischen Standards hergestellt werden und oft mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet sind. Sie orientieren sich an Prinzipien wie Vermeidung synthetischer Dünger, Pestizide und Gentechnik, tiergerechter Haltung sowie nachhaltiger Bewirtschaftung von Böden, Wasser und Biodiversität. Verbraucher entscheiden sich oftmals aus Gründen wie Gesundheit, Umweltbewusstsein oder ethischen Überlegungen für Bio-Produkte und unterstützen damit eine Landwirtschaft, die Ressourcen schont und tierschutzorientierte Methoden fördert. In der Europäischen Union unterliegt der Begriff „Bio“ einer gesetzlichen Regulierung und Kontrolle, wodurch entsprechende Zertifizierungen Vertrauen schaffen.

Wachsender Umsatz und rückläufige Anzahl der Ökobetriebe

Die Verfügbarkeit und der Preis regionaler und saisonaler Bio-Produkte können jedoch variieren. Insgesamt stehen Bio-Produkte aber für eine ökologische, tierwohl- und ressourcenschonende Landwirtschaft, die langfristig zur Nachhaltigkeit der Nahrungsmittelversorgung beitragen soll. Die Umstellung der landwirtschaftlichen Betriebe auf biologischen Anbau erfordert allerdings neben einer klaren Vision auch praktische Planung und Ressourcen. Dabei sind Herausforderungen wie die Anpassung der Fruchtfolgen, ein Aufbau von bio-zertifizierten Vermarktungswegen und auch höhere Kosten für biologische Düngemittel, Biokontrollen und Schulungen zu meistern.

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Aufgrund dieser Herausforderungen zieht sich die heimische Produktion etwas hin, sodass die Anzahl der Ökobetriebe im Jahr 2024 sogar leicht rückläufig ist. Dabei wächst jedoch der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland stetig. Für den Ökomarkt wird in 2025 ein Umsatzplus von etwa 8 % erwartet, sodass der Bioumsatz möglicherweise mehr als 18 Milliarden Euro betragen wird. Haupttreiber des Wachstums bleiben erneut die Bio-Eigenmarken der Handelsketten. Neben Supermärkten und Drogerien gehört erstmals auch der Naturkostfachhandel zu den Gewinnern. So geben Deutsche mehr Geld für Bio-Produkte aus, obwohl sich viele beim Kauf von Lebensmitteln sogar einschränken müssen.

(Quellen: Gesellschaft für gesunde Ernährung, Verbraucherschutz)