
In Deutschland steigen die Preise weiter. Höhere Kosten im Großhandel treffen Unternehmen und können später auch Verbraucher erreichen. Bald zahlen auch Kunden im Supermarkt drauf.
Das Leben in Deutschland wird für viele Menschen teurer. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung derzeit bei Preisen, die Unternehmen im Großhandel bezahlen. Diese Kosten können sich später auf die Preise für Waren und Dienstleistungen auswirken und damit auch die Haushalte erreichen.
5,3 Prozent teurer: Großhandelspreise steigen massiv an
Im Juli 2026 setzte sich der Preisanstieg im Großhandel erneut fort. Damit wächst der Kostendruck entlang der Lieferkette, denn Händler und Unternehmen müssen höhere Einkaufspreise berücksichtigen. Für Verbraucher ist diese Entwicklung deshalb relevant, auch wenn sich Veränderungen im Großhandel nicht sofort und nicht vollständig in den Ladenpreisen widerspiegeln. Im Juli zogen die Großhandelspreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 5,3 Prozent an. Das Statistische Bundesamt führt die Entwicklung vor allem auf die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten zurück. Die Konflikte wirkten sich insbesondere auf Energie und Rohstoffe aus. Bei Mineralölerzeugnissen wie Benzin und Diesel lag der Preis im Großhandel 24,1 Prozent über dem Wert vom Juli 2025. Noch stärker stiegen die Kosten für Nicht-Eisen-Erze, Metalle und Metallhalbzeug. Hier betrug der Zuwachs 27,8 Prozent.
Preise steigen weiter: Kunden müssen draufzahlen
Die Entwicklung im Großhandel kann sich mit zeitlicher Verzögerung auch an den Supermarktkassen bemerkbar machen. Der Großhandel verbindet Hersteller und Unternehmen mit den Händlern, die ihre Waren anschließend an Kunden verkaufen. Steigen dort die Einkaufskosten, können Unternehmen diese Belastungen zumindest teilweise an ihre Abnehmer weitergeben. Besonders Energiepreise spielen dabei eine wichtige Rolle, weil sie sich auf zahlreiche Bereiche der Wirtschaft auswirken. Bereits im Juli lagen die Verbraucherpreise in Deutschland 2,8 Prozent über dem Vorjahreswert.
Steigende Preise bei Energie, Kraftstoffen und anderen Produkten können das verfügbare Budget stärker beanspruchen. Wer bereits auf seine Ausgaben achtet, muss deshalb möglicherweise noch genauer abwägen, wofür das Geld reicht. Gerade bei regelmäßigen Einkäufen können höhere Preise das Haushaltsbudget spürbar beeinflussen. Die höheren Großhandelspreise erhöhen den Kostendruck. Veränderungen bei Unternehmen können später auch bei den Verbrauchern ankommen.
(Quellen: Destatis, foodwatch, AMI, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














