
Deutschland steckt in einer ernsthaften Bierkrise. Mehrere Brauereien müssen schließen oder sehen sich gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen. Warum die Getränkehersteller mit Herausforderungen kämpfen ‒ und was das Verhalten der Verbraucher damit zu tun hat.
Selbst jahrelang erfolgreiche und regional stark verwurzelte Bierproduzenten bangen um ihre Zukunft. Inzwischen ist klar: 2026 bringt einige Änderungen für diese Unternehmen.
Trend eindeutig: Der Bierkonsum sinkt seit Jahren
Seit Jahren sinkt der Konsum von Bier in Deutschland. Das macht sich am Absatz des alkoholischen Getränks bemerkbar: Im Jahr 2025 sank er um rund sechs Prozent und erreichte ein Rekordtief. Gastro-Besucher bestellen aufgrund der Teuerungen nicht nur weniger. Auch das gestiegene Gesundheitsbewusstsein unter Verbrauchern spielt eine wichtige Rolle. Während alkoholische Varianten immer weniger gefragt sind, ist die Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen gestiegen. Dass Deutschland eine Bierkrise erlebt, hat jedoch noch mehr Gründe. Deshalb machen immer mehr Brauereien dicht oder sehen sich zumindest gezwungen, Anpassungen vorzunehmen.
Verschiedene Standorte betroffen: Brauereien müssen schließen
Bis zum Ablauf des Jahres 2026 verlieren wohl gleich drei bekannte Regionalmarken ihre angestammten Produktionsorte. Dazu zählt unter anderem die Scherdel-Brauerei im oberfränkischen Hof. Die Kulmbacher Gruppe stellt die dortige Bierherstellung ein. Die Getränke werden stattdessen künftig im sächsischen Vogtland produziert. Auch die Haus-Cramer-Gruppe nimmt Änderungen vor, die derzeit für Aufsehen sorgen. So verkündete die Warsteiner-Muttergesellschaft das endgültige Aus für den Standort der Herforder Brauerei im zweiten Halbjahr 2026. Die Abfüllung der Marke wandert komplett ins sauerländische Stammwerk.
Ein identisches Szenario droht der ebenfalls zum Konzern gehörenden Paderborner Brauerei, die mangels Wirtschaftlichkeit zum Verkauf steht. Bei erfolgloser Investorensuche wird der Betrieb dichtgemacht, während die Marke über die Warsteiner Brauerei jedoch erhalten bleibt. Über 200 Beschäftigte sind von den Plänen der Gruppe betroffen. Für die über 100 Mitarbeiter in Paderborn hat der Bürgermeister der Stadt bereits Hilfe zugesagt hat. Verantwortlich für diesen drastischen Kahlschlag bei regional verwurzelten Brauorten sind neben dem Rückgang des Konsums vor allem hohen Ausgaben, welche eine Zusammenlegung der Kapazitäten auf wenige Großstandorte wirtschaftlich offenbar alternativlos machen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Haus-Cramer-Gruppe)














