Schokolade verschwindet aus Süßigkeiten – das steckt jetzt stattdessen drin

Im Regal eines Supermarktes oder Discounters liegen neben- und untereinander viele verschiene Sorten von Schokolade in Tafeln. Dabei sind große Marken genauso vertreten wie Eigenmarken.
Symbolbild © istockphoto/Robert vt Hoenderdaal

Kaum jemand hat es bemerkt, aber aus den Süßigkeiten verschwindet zunehmend die Schokolade. Stattdessen steckt ein anderer Inhaltsstoff darin. In Zukunft soll sich viel verändern – dabei stehen die Kunden im Vordergrund.

Der Trend geht immer mehr hin zur Nachhaltigkeit und Rohstoffschonung. Deshalb verschwindet aus immer mehr Süßigkeiten die Schokolade. Die Alternative soll nicht nur besser für die Umwelt sein.

Das Problem mit der Schokolade: Umsätze gingen deutlich zurück

Der Absatz und die Verkaufszahlen von Schokolade in Europa und Deutschland erleben einen spürbaren Dämpfer. Während der reine Umsatz in Euro aufgrund massiver Preissteigerungen teilweise noch stabil blieb, ist die tatsächlich verkaufte Menge massiv eingebrochen. Bei Schokoladenpackungen im Jahresvergleich fiel sie um 5,8 Prozent und bei saisonaler Ware wie Weihnachtsschokolade sogar um 12 Prozent.

Viele vertraute Markenschokoladen haben im Supermarktregal die psychologisch wichtige Grenze von 2,00 Euro pro Tafel erreicht oder überschritten. Viele Kunden reagieren verärgert auf versteckte Preiserhöhungen. So wurde beispielsweise die klassische Milka Alpenmilch von der Verbraucherzentrale zur „Mogelpackung des Jahres“ gekürt, weil das Gewicht heimlich von 100 auf 90 Gramm sank, während der Preis gleichzeitig drastisch stieg. Die Folge: Verbraucher weichen zunehmend auf günstigere Eigenmarken der Discounter aus oder kaufen Schokolade nur noch, wenn sie explizit im Sonderangebot ist.

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Schokolade verschwindet aus Süßigkeiten: Alternative sorgt für Begeisterung

Der Vormarsch von ChoViva ist die direkte Antwort der Lebensmittelindustrie auf die anhaltende Kakaokrise und die extrem gestiegenen Rohstoffpreise. Große Handelsketten wie Rewe, Penny, Kaufland und Aldi sowie Markenhersteller wie Griesson, DeBeukelaer, Kölln oder Nestlé setzen bei immer mehr Produkten auf diese kakaofreie Alternative. Angesichts der explodierten Kakaopreise ist ChoViva für die Industrie eine wirtschaftlich attraktive Möglichkeit, Produkte bezahlbar zu halten und sich aus der Abhängigkeit globaler Lieferketten zu lösen. Da die Rohstoffe in Europa wachsen, fallen extrem lange Transportwege weg. Zudem wird für den Anbau kein Regenwald abgeholzt, was den CO₂-Fußabdruck drastisch senkt.

Besonders gut funktioniert ChoViva dort, wo die „Schokolade“ ohnehin nur ein Teil des Produkts ist. Zum Beispiel als Überzug von Keksen, in Müsli-Mischungen, bei Erdnuss-Dragees wie Treets oder in Neapolitaner-Waffeln. Laut Herstellern sollen noch zahlreiche weitere Artikel folgen. Geschmacklich unterscheiden sich die Produkte kaum von echter Schokolade. Ein Hinweis oder das Logo kennzeichnen die Produkte als „kakaofreie Schoko-Alternative“.

(Quellen: Stiftung Warentest, VZHH)