Seit 1890: Deutsche Traditionsmetzgerei landet in der Insolvenz

Die Verkäuferin in einer Metzgerei greift hinter der Theke nach oben zu einer geräucherten Wurst, die an einer Wand mit weißen Fliesen hängt. Es sind unterschiedliche Wurstwaren zu sehen.
Symbolbild© imago/Panthermedia

Eine deutsche Traditionsmetzgerei musste Insolvenz anmelden. Nach über 130 Jahren Firmengeschichte ist dies ein bitterer Schritt. Doch leider blieb den Betreibern nach den vergangenen Jahren keine andere Wahl.

Nach über 130 Jahren rutscht eine deutsche Traditionsmetzgerei in die Insolvenz. Trotz mehrerer vorangegangener Maßnahmen hat es das Unternehmen nicht aus der schwierigen Lage herausgeschafft.

Branche kämpft mit Herausforderungen – immer mehr Metzgereien schließen

Schon seit einigen Jahren steckt die Traditionsmetzgerei in Schwierigkeiten. Die vorherrschenden Probleme in der Metzgereibranche machten auch vor dem über 130 Jahre alten Traditionsunternehmen nicht halt. Neben dem akuten Fachkräftemangel und den steigenden Kosten für Personal, Energie und anderen Ausgaben spielt auch das veränderte Konsumverhalten der Kunden eine entscheidende Rolle. Seit Jahren geht der Trend hin zu vegetarischen und veganen Produkten. Hinzu kommt, dass Supermärkte und Discounter oftmals günstigeres Fleisch anbieten und die Menschen sich aus finanziellen Gründen gegen den Gang zum Metzger entscheiden. Die Zahlen bestätigen den traurigen Trend: Gerade kleinere Betriebe können bei dieser Marktlage nicht mehr mithalten. Fast die Hälfte aller Fleischereien mussten seit 2022 schließen.

Maßnahmen blieben erfolglos – Mitarbeiter vor einer unsicheren Zukunft

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Schon in den vergangenen Jahren geriet die Traditionsmetzgerei Kübler aus Waiblingen bei Stuttgart in Schwierigkeiten. Zunächst versuchten die Inhaber, das Problem selbst in den Griff zu bekommen. Aufgrund der ausbleibenden Umsätze verkleinerte sich die Fleischerei. Der Direktverkauf in Waiblingen und der letzte Standort in Roßfeld beispielsweise fielen dem Sparkurs zum Opfer. Außerdem versuchte man, sich eine neue Basis zu schaffen durch die Spezialisierung auf Halal-Produkte. Doch der Erfolg blieb aus.

Im September 2024 musste Kübler dann einen weiteren Tiefschlaf hinnehmen: Den Bauernpreßsack sowie die Jagdwurst und Schinkenwurst in der Dose von Frankenkrone mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 31. Dezember 2026 musste die Fleischerei zurückrufen. Denn da der Inhalt nicht richtig gekocht wurde, hätte er verdorben sein können. Mit diesem Rückruf verloren die Kunden an Vertrauen in die Metzgerei und die Umsätze brachen weiter ein. Wie es nun weitergehen soll, weiß noch keiner. Eine entsprechende Meldung hat Kübler bislang nicht bekannt gegeben. Damit stehen die Mitarbeiter vor einer unsicheren Zukunft. Über 100 Angestellte sind von der Insolvenz betroffen.