Studie deckt auf: Kinder ernähren sich so ungesund wie fast nie

Auf dem Foto sieht man einen Jungen, der lächelnd in die Ferne blickt. Er trägt eine feste Zahnspange und hält einen Becher mit Trinkhalm vor sich.
Symbolbild © istockpfoto/fotografixx

Kinder orientieren sich stark an dem, was in ihrer Familie auf den Tisch kommt. Essgewohnheiten entstehen meist früh und werden im Alltag unbewusst weitergegeben. Jetzt stellt sich heraus: Viele Kinder ernähren sich ungesund.

Kochen Familien regelmäßig frisch, erleben Kinder den Umgang mit Lebensmitteln direkt mit und entwickeln ein Gefühl für ausgewogene Ernährung. Wird dagegen oft zu kalorienreichen oder stark verarbeiteten Produkten gegriffen, übernehmen Kinder diese Muster als selbstverständlich.

Kinder übernehmen oft Gewohnheiten der Eltern 

Im Alltag greifen viele Menschen zu Fertigprodukten oder Fast Food, weil es schnell geht und ohne Aufwand verfügbar ist. Zeitmangel, Schichtarbeit und volle Tagesabläufe führen dazu, dass Kochen oft als zusätzliche Belastung wahrgenommen wird. Hinzu kommt, dass manche nie gelernt haben, wie man einfache Mahlzeiten selbst zubereitet und deshalb auf bequeme Lösungen setzen. Andere verlassen sich auf verarbeitete Produkte, weil sie annehmen, dass diese „gut genug“ sind und den Ernährungsbedarf decken. Die familiäre Prägung beeinflusst nicht nur Vorlieben der Kinder, sondern auch das Verhältnis zu Mahlzeiten. Studien zeigen, dass Kinder, die zuhause selten frische Lebensmittel erleben, später häufiger zu ähnlichen Produkten greifen.

Gefährlich: Kinder ernähren sich ungesund

Viele Fertigprodukte werden industriell so verarbeitet, dass sie lange haltbar sind, jedoch nur wenige Nährstoffe liefern. Der hohe Energiegehalt bei gleichzeitig geringer Nährstoffdichte kann Übergewicht begünstigen, besonders wenn solche Lebensmittel regelmäßig konsumiert werden. Zudem enthalten zahlreiche Fertiggerichte Zusatzstoffe, deren langfristige Auswirkungen noch nicht vollständig erforscht sind. Ein weiteres Problem ist, dass die Portionsgrößen häufig größer ausfallen als es dem Bedarf entspricht. Das führt dazu, dass Menschen mehr Kalorien aufnehmen, ohne es zu merken. Wer sich überwiegend von stark verarbeiteten Produkten ernährt, erhöht langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und andere ernährungsbedingte Beschwerden.

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Aktuelle Analysen des Kinderhilfswerks UNICEF zeigen, dass hochverarbeitete Lebensmittel inzwischen einen festen Platz im Alltag vieler Kinder und Jugendlicher auf der ganzen Welt einnehmen – mit teils gravierenden Auswirkungen. Die Organisation warnt, dass immer mehr Heranwachsende bereits früh mit Produkten in Kontakt kommen, die kaum natürliche Zutaten enthalten. Stattdessen bestehen diese Lebensmittel oft aus einer Kombination aus raffiniertem Zucker, viel Salz, industriell hergestellten Fetten sowie Zusatzstoffen wie Aromen, Farbmitteln und Emulgatoren. UNICEF macht deutlich, dass diese Ernährungsweise nicht nur das körperliche Wachstum beeinträchtigen kann, sondern auch langfristige Folgen für die Gesundheit und sogar die seelische Entwicklung von Kindern haben könnte.

(Quellen: UNICEF, Gesunde Ernährung, Verbraucherschutz)