Supermarkt-Chef frustriert: Kunden klauen Ware für Tausende Euro

Eine Frau in einer weißen Bluse steckt ein Produkt im Supermarkt oder in der Drogerie einfach in ihre braune Tasche. Die Verpackung ist weiß und orange.
Symbolbild © imago/Panthermedia

Der Chef eines Supermarktes in Norddeutschland ist wütend und frustriert. Ausgerechnet seine gut betuchten Stammkunden beklauen ihn regelmäßig. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Tausend Euro.

Man kennt die Schlagzeilen, dass Jugendliche oder Diebesbanden ihr Unwesen treiben. Ein Supermarkt-Chef hat es jedoch mit alltäglichen Kunden zu tun, die es eigentlich nicht nötig hätten, Waren zu klauen.

Dreiste Kunden – frustrierter Supermarkt-Chef

Der Chef einer Rewe-Filiale an der Elbchaussee in Hamburg-Blankenese muss sich immer wieder über seine Kundschaft ärgern. Der Supermarkt liegt in einem der wohlhabendsten Viertel der Hansestadt. An der Elbchaussee leben die Menschen in Villen oder teuren Eigentumswohnungen, fahren hochpreisige Autos und tragen stets die neueste und kostspieligste Kleidung. Doch ausgerechnet dort stecken die Kunden wiederholt Waren ein, ohne sie an der Kasse zu bezahlen.

Während bei Menschen in finanzieller Not ein Ladendiebstahl zumindest ansatzweise nachvollziehbar wäre, sind es in diesem Supermarkt ausgerechnet die Wohlhabenden, die klauen. Da verschwindet schon mal eine Flasche Wein für ein paar Hundert Euro in der Tasche oder ein gutes Rinderfilet. Genau damit rechtfertigen die Kunden den Diebstahl dann offenbar auch: die Preise. Oder sie lassen sich eine Ausrede einfallen und lügen dem Supermarkt-Chef dreist ins Gesicht, wenn sie ertappt werden.

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Supermarkt-Chef ist frustriert und enttäuscht

Diese Dreistigkeit und das fehlende Bewusstsein für Recht und Unrecht – das ist es, was den Rewe-Chef am meisten ärgert. Ganz zu schweigen von den Tausenden Euro Verlust, die er dadurch macht. Etwa 60.000 Euro verliere der Händler jährlich wegen der Diebstähle. Damit steht er jedoch nicht allein da. Da die Hemmschwelle bei der Bevölkerung immer niedriger wird, verzeichnet der Einzelhandel Rewe jährlich mehrere Milliarden Euro Verlust.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert deutlich härtere Maßnahmen von der Bundesregierung, um den Diebstählen ein Ende zu bereiten. Aktuell sind die Strafen nach Warenwert und Schwere des Diebstahls gestaffelt. Sie reichen von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren, wobei es sich bei Letzterem schon um einen schweren Diebstahl handelt. Der Supermarkt-Chef in Hamburg sieht bislang jedoch davon ab, Anzeige zu erstatten.

(Quellen: Eigene Recherche der ka-Insider Redakteure)