
Millionen Verbraucher kämpfen mit teuren Stromrechnungen. Nun zeigt eine Analyse: Netzbetreiber freuen sich indessen über hohe Renditen, während der dringend benötigte Ausbau der Infrastruktur hinterherhinkt. Die Details zur Entwicklung, die für viel Kritik sorgt.
Viele Haushalte sind um ihre Stromrechnung besorgt. Seit Jahren steigen die Preise. Währenddessen sorgt eine Entwicklung bei den deutschen Netzbetreibern für Aufsehen.
Teure Stromrechnung: Millionen Verbraucher erhalten sie regelmäßig
Laut einer aktuellen Verivox-Umfrage sorgen sich über 80 Prozent der Verbraucher um die zukünftige Entwicklung der Energiepreise. Sie sind deutlich gestiegen. Strom wird im Haushalt ständig gebraucht und fließt vor allem in Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen und den Herd. Auch Fernseher, Spielekonsolen und Computer verbrauchen einen großen Teil der Energie. In dieser ohnehin angespannten Situation sorgt nun eine aktuelle Meldung für erhebliche Ernüchterung: Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) hat eine neue Analyse vorgelegt, die Netzbetreibern Rekordrenditen bescheinigt.
Analyse zeigt es: Renditen der Netzbetreiber fallen hoch aus
Der Auswertung nach erzielten die 18 größten deutschen Stromnetzbetreiber hohe Renditen. Im Durchschnitt betrug ihre Eigenkapitalrendite über 30 Prozent, wobei regionale Betreiber teils auch deutlich mehr erwirtschaften. Da die Netzbetreiber in ihren jeweiligen Regionen ein Monopol besitzen, ist ihr wirtschaftliches Risiko gering. Gleichzeitig verzögert sich der Ausbau der Stromnetze in Deutschland an vielen Stellen, was für Kritik sorgt. Zahlreiche neue Solaranlagen und Wärmepumpen warten derzeit monatelang auf einen Anschluss. Doch das ist nicht alles: Auch die Digitalisierung der Netzinfrastruktur kommt nur langsam voran.
Finanziert werden die Erträge der Unternehmen zu einem großen Teil durch die Netzentgelte, die einen festen Bestandteil der monatlichen Stromrechnung aller Verbraucher ausmachen. Verbraucherschützer fordern eine schärfere staatliche Kontrolle. Die Netzbetreiber weisen die Kritik jedoch zurück und sprechen von einer verzerrten Darstellung. Die hohen Prozentzahlen entstehen laut ihrer Aussage rein rechnerisch durch alte, fast komplett abgeschriebene Anlagen in den Handelsbilanzen. Dennoch wächst der politische Druck auf die Bundesnetzagentur für eine Reform der Netzentgelt-Systematik. Klar ist auch: Für Verbraucher bedeuten hohe Netzentgelte weiterhin Strompreise auf hohem Niveau.
(Quellen: ZEIT, Bundesverband Neue Energiewirtschaft, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














