Tierschützer empfehlen plötzlich Fleisch – heftige Kritik als Folge

Auf dem Bild ist eine Fleischtheke zu sehen, in der verschiedene Fleischsorten übersichtlich unter einer Glasscheibe ausgelegt sind. Die Ware ist klar voneinander getrennt.
Symbolbild © imago/Martin Wagner

Der Fleischkonsum verändert sich, denn viele Menschen entscheiden sich bewusst für weniger oder gar kein Fleisch auf ihrem Speiseplan. Gründe dafür sind unter anderem der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit und einem besseren Umgang mit Tieren. Statt zu Fleisch greifen viele Verbraucher zu pflanzlichen Alternativen.

Immer mehr Menschen achten auf Tierwohl beim Einkauf

Viele Verbraucher setzen sich zunehmend für bessere Bedingungen in der Tierhaltung ein. Sie achten beim Einkauf auf Herkunft, Produktionsweisen und Kennzeichnungen, die Hinweise zum Umgang mit Tieren geben sollen. Besonders Tierwohl-Labels gewinnen an Bedeutung, weil sie Menschen bei ihrer Kaufentscheidung unterstützen können. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie viel Schutz diese Kennzeichnungen tatsächlich garantieren. Für viele Konsumenten steht fest, dass eine Verbesserung der Haltung ein wichtiger Schritt ist. Andere fordern darüber hinaus grundlegende Veränderungen und stellen den gesamten Umgang mit Nutztieren infrage.

Tierschützer empfehlen Fleisch: Label-Kompass soll Verbrauchern helfen

Der Schweizer Tierschutz (STS) möchte Verbrauchern eine bessere Übersicht über verschiedene Kennzeichnungen für Fleisch, Eier und Milch geben. Dafür entwickelte die Organisation einen Label-Kompass, der Produkte in vier Gruppen von sehr gut bis unbefriedigend einordnet. Der STS verfolgt damit das Ziel, Menschen beim Einkauf zu unterstützen und den Fokus auf Produkte mit besseren Tierhaltungsstandards zu lenken. Nach Ansicht der Organisation können Verbraucher mit solchen Entscheidungen einen Beitrag zu mehr Tierwohl leisten. Der Kompass soll außerdem zeigen, dass nicht jedes Label dieselben Anforderungen erfüllt und Unterschiede zwischen den Angeboten bestehen.

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Nicht alle Tierschützer sehen Kennzeichnungen als ausreichende Lösung für mehr Tierwohl. Kritiker bemängeln, dass auch Produkte mit bestimmten Standards weiterhin Herausforderungen bei der Tierhaltung aufweisen können. Sie weisen darauf hin, dass Labels oft nur einzelne Bereiche bewerten und nicht alle Aspekte des Umgangs mit Tieren abdecken. Deshalb fordern einige Organisationen weitergehende Veränderungen und sehen eine stärker pflanzliche Ernährung als mögliche Alternative. Aus ihrer Sicht können Labels zwar Orientierung bieten, lösen aber nicht alle grundsätzlichen Probleme der Tierhaltung.

(Quellen: PETA Deutschland, ProVeg Deutschland, Deutscher Tierschutzbund, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)