Tradition in Gefahr: Deutsche Metzgereien kämpfen ums Überleben

Auf einer Arbeitsplatte liegen rotes Fleisch und Messer. Davor ist ein schwarzes Schild, das eine Person hält, deren Hand am unteren Ende zu sehen ist. Auf dem Schild steht "FLEISCH FREI". Karlsruhe hat viele tolle vegane Restaurants.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Deutschlands Metzgereien kämpfen ums Überleben. Und das schon seit einiger Zeit. Doch die Situation hat sich noch verschlimmert und sorgt dafür, dass eine lange Tradition droht, auszusterben.

Das neue Jahr hat begonnen. Während die Menschen überall auf der Welt dies als neue Chance wahrnehmen, kann dies für die Metzgereibetriebe hierzulande nicht gelten. Im Gegenteil: Deutschlands Metzgereien kämpfen ums Überleben. Die Situation hat sich deutlich verschärft.

„Not macht erfinderisch“: Neue Lösungsansätze sollten die Kehrtwende bringen

Die Metzgereibranche in Deutschland hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Und das nicht erst seit einigen Wochen. Bereits vor einem Jahr haben sich viele Metzger zu Wort gemeldet und offenbart, wo die Probleme der Branche liegen. Zum einen nimmt die Zahl der Menschen, die vegan oder vegetarisch leben, immer mehr zu. Zum anderen kaufen diejenigen, die gerne Fleisch essen, ihre Ware lieber im Supermarkt oder Discounter. Dort sparen sie sich nicht nur einen weiteren Weg, sondern auch eine Menge Geld. Last but not least fehlt es der Metzgereibranche an Nachwuchs.

Aus der Not heraus und um am Markt bestehen zu können, bieten immer mehr Metzgereien auch vegetarische und vegane Kost an und erweitern somit ihr Sortiment für zusätzliche Kundschaft. Zudem suchen die Inhaber der Metzgereien nicht mehr nur nach Personal in Deutschland, sondern werben auch Auszubildende und Fachkräfte aus dem Ausland an. So berichteten einige Metzgereien, dass sie junge Inder nach Deutschland geholt haben, um dem Fachkräftemangel begegnen zu können.

Lesen Sie auch
120 Mitarbeiter: Traditionsbäckerei mit über 20 Filialen insolvent

Metzgereien kämpfen weiterhin ums Überleben: „Das könnte es bald gewesen sein“

Und dennoch haben all diese Maßnahmen nur bedingt geholfen, was auch die neuesten Zahlen wieder zeigen. Eigentlich sollte der Absatz vor Weihnachten boomen. Für viele Unternehmen, auch anderer Branchen, bedeutet das Weihnachtsgeschäft eine deutliche Mehreinnahme, mit der Verluste relativiert werden können. Doch dies scheint nicht der Fall zu sein.

Die Lage hat sich dramatisch verschärft. Weiterhin schließen immer mehr Betriebe. Viele Inhaber geben auf und schließen ihr Geschäft, wenn sie selbst in Rente gehen. Einen Nachfolger finden sie nämlich nicht. Geht das so weiter, rechnen Experten damit, dass ein langes Traditionshandwerk wohl zeitnah ein Ende finden könnte.

(Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutscher Fleischer-Verband als Branchenverband, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft)