Traditionsbäckerei in Deutschland steckt plötzlich in der Insolvenz

In der Theke einer Bäckerei stehen verschiedene frisch gebackene Kuchenstücke zur Auswahl für den Verkauf. Im Hintergrund sind Sitzgelegenheiten für Kunden zu sehen.
Symbolbild © imago/F. Anthea Schaap

Nicht noch eine Backstube! Eine weitere Traditionsbäckerei in Deutschland steckt plötzlich mitten in der Insolvenz. Dabei haben wohl die wenigsten damit gerechnet, dass es bei diesem großen Betrieb so weit kommen könnte.

Schon wieder steckt eine Traditionsbäckerei in Deutschland in der Insolvenz. Dabei hatte man dies zunächst gar nicht vermutet, so präsent, wie der Betrieb in der Region ist.

Seit über 60 Jahren erfolgreich: Ohne diesen Backbetrieb geht nichts

Seit 62 Jahren existiert die Traditionsbäckerei in Nordrhein-Westfalen, seit knapp 40 Jahren trägt sie stolz ihr Bio-Zertifikat. Und ohne diese Bäckerei geht in der Region wohl kaum etwas. Man findet sie regelmäßig auf den Wochenmärkten in verschiedenen Städten. Auch Schulen und Kitas profitieren nicht nur von dem Bio-Siegel, sondern von einer ausgezeichneten Qualität. Letzteres können auch die Kunden bestätigen, die seit Jahren regelmäßig die Backstube aufsuchen und ihre Lieblingsartikel einkaufen. Doch nun kommt die Kehrtwende, mit der die Verbraucher wohl gar nicht gerechnet haben.

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Ca. 80 Mitarbeiter in den sechs Filialen in Duisburg, Aachen, Krefeld, Moers, Rheurdt und Neukirchen-Vluyn der Bio-Bäckerei Schomacker bangen indessen um ihre Zukunft. Bis Ende Juni bekommen sie die Löhne und Gehälter aus dem Insolvenzgeld der zuständigen Arbeitsagentur. Deshalb bleiben alle Filialen bis auf Weiteres geöffnet. Kunden erhalten wie gewohnt ihre Lieferungen und Aufträge werden weiterhin angenommen.

Währenddessen geht es hinter den Kulissen seit dem 24. April, an dem das Unternehmen den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Kleve gestellt hat, heiß her. Derzeit prüft der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter aus Düsseldorf die Sanierungsmöglichkeiten von Schomacker. Eine Besichtigung vor Ort habe ergeben, dass die Filialen vorbildlich geführt werden und die Qualität der Produkte hervorragend sei. Somit setze man alles daran, dass sich ein neuer Käufer finde. Laut Angaben des Insolvenzverwalters hätten sich bereits Kaufinteressenten gemeldet. Deshalb sei man vorsichtig optimistisch. Auch eine Sanierung halte er für möglich. Noch gibt es jedoch keine Entscheidung.

(Quellen: Insolvenzgericht, Unternehmensangaben, Bäckerei, dpa)