Trotz Krise: Millionen Deutsche kaufen teure Produkte wie verrückt

Eine Packung mit peruanischen Bio-Kaffeebohnen der Marke Rossmann. Auf der Verpackung ist ein Fairtrade-Siegel aufgedruckt. Im Hintergrund steht ein Regal mit weiteren verschiedenen Lebensmitteln, die unscharf zu sehen sind.
Symbolbild © imago/imagebroker

Die Kosten steigen in vielen Bereichen. Dass Konsumenten dennoch teure Produkte kaufen, dürfte viele überraschen: In diesem speziellen Bereich sind die Umsätze laut Marktdaten durch die Decke geschossen.

In Millionen Haushalten ist Sparen angesagt. Bei einer Sache zeigt sich jedoch so manch einer etwas spendabler. Darauf lässt zumindest folgende Entwicklung schließen.

Alles wird teurer ‒ doch diese Entwicklung überrascht

Schokolade, Kaffee, Orangensaft ‒ und einige weitere Produkte: Für Verbraucher wird die Liste der deutlich teurer gewordenen Lebensmittel seit Jahren länger. Wer sparen will, nutzt App-Coupons und vergleicht die Preise einzelner Produkte akribisch miteinander. Aufgrund der gestiegenen Spritpreise schrumpft das Budget inzwischen erneut. Beim Wocheneinkauf müssen deshalb viele zusätzlich sparen. Allerdings zeigt sich eine Besonderheit: Trotz der hohen Preise haben Kunden für eine spezielle Sache im letzten Jahr offenbar bereitwillig Geld ausgegeben.

Kunden kaufen teure Produkte, wenn diese Voraussetzung vorliegt

Ob online oder im stationären Handel ‒ viele Konsumenten wollen heute beim Einkaufen genauer wissen, welchen Fußabdruck ihr Handeln hinterlässt. Demnach steht nicht mehr nur der Genuss im Vordergrund. Wer ein Produkt kauft, entscheidet sich häufiger bewusst für ethische Werte. Eine aktuelle Umfrage von YouGov zeigt: Vor allem jüngere Menschen sind eher bereit, für fair gehandelte Produkte etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Rund 45 Prozent der Millennials und Generation Z würden mehr Geld ausgeben. Über 50 Prozent der insgesamt befragten Verbraucher ziehen nachhaltige Marken zudem grundsätzlich vor.

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Neue Marktdaten belegen nun: Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten, die üblicherweise teurer als konventionelle Produkte sind, hat in Deutschland einen neuen historischen Höchststand erreicht. Im Jahr 2025 wurde erstmals die 3-Milliarden-Euro-Marke geknackt. Mit insgesamt 3,14 Milliarden Euro verzeichnete der Sektor ein deutliches Wachstum von rund neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sogenannte „Fairtrade-Siegel“, das auf solchen Produkten aufgedruckt ist, dient als Orientierung. In einfachen Worten bedeutet es: Die Bauern erhalten faire Preise und Prämien als Schutz vor Armut. Zudem sichert das Siegel soziale Standards, verbietet Kinderarbeit und fördert den Umweltschutz.

(Quellen: Fairtrade Deutschland, Handelsverband Deutschland, Marktforschung, dpa)