„Unter Druck“: Bekannte Metzgerei landet auf der Ekelliste

Eine Fleischtheke. In der Theke liegen verschieden Sorten Fleisch aus. Ein Mitarbeiter nimmt gerade ein frisches Fleischstück heraus, um es für den Kunden zu verpacken.
Symbolbild © imago/Martin Wagner

Nach dem Besuch von Lebensmittelkontrolleuren landet eine bekannte Metzgerei auf der Ekelliste. Schimmel und Schaben waren dabei nur die Spitze des Eisbergs. Nun stehen die Betreiber unter Druck.

Wurst zu Brot oder Brötchen ist zu ziemlich jeder Mahlzeit beliebt. Wenn die Scheibe Schinken jedoch aus einem verschimmelten Kühlhaus kommt, in dem es von Schaben wimmelt, kann einem der Appetit schnell vergehen.

Einige Hygienemängel – Metzgerei auf der Ekelliste

Laut dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat haben alle Stationen, die ein Nahrungsmittel durchläuft, dafür Sorge zu tragen, dass dieses für die Verbraucher sicher ist. Das bedeutet: Sind Lebensmittel beispielsweise durch Verunreinigung oder falsche Lagerung nicht mehr für den Verzehr geeignet, dürfen sie nicht verkauft werden. Für Lebensmittel tierischen Ursprungs gelten daher besondere Hygienevorschriften. Ohne jeden einzelnen Paragrafen nennen zu können, sollte klar sein: Wer Lebensmittel verkauft, sollte auf Sauberkeit achten.

Anfang November 2025 statteten Lebensmittelkontrolleure einer Metzgerei in Sulzfeld im Landkreis Karlsruhe mehrere Besuche ab. Was sie dort vorfanden, klingt schlicht ekelerregend: Schaben im Lager und in der Küche, Arbeitsgeräte mit verkrustetem Schmutz, gelbe Ablagerungen in der Verkaufstheke und ein verschimmeltes Kühlhaus, in dem nicht abgedeckte Lebensmittel lagen. Einen Platz auf der Ekelliste hatte die Metzgerei damit sicher.

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Wegen Ekelliste: Metzgerei reagiert sofort 

Die Metzgerei Werner Reinwald reagierte daraufhin umgehend und beseitigte schnellstmöglich sämtliche Mängel. Einige davon seien nach Angaben des Besitzers und des Filialleiters zudem reichlich übertrieben dargestellt worden. Demnach soll es sich lediglich um eine einzelne Schabe gehandelt haben. Diese fand man in einer vom Betrieb in Eigenregie aufgestellten Falle. Auch Schädlingsbekämpfer seien vor Ort gewesen. Seitdem sei kein weiteres Tier aufgetaucht. Auch sollen die Kontrolleure extrem penibel vorgegangen sein – stellenweise mit Taschenlampe und Pinzette – und den Besitzer angeschrien haben.

Ende November fand schließlich die Nachkontrolle statt, bei der keinerlei Mängel festgestellt werden konnten. Die Lebensmittelkontrolleure seien sogar überrascht gewesen, wie zügig man sich der Probleme angenommen habe. Dem Betrieb hilft dies gerade nur bedingt. Der Ruf ist erst einmal angekratzt. Obwohl die hygienischen Zustände jetzt äußerst zufriedenstellend seien, steht der Betrieb noch auf der Ekelliste.

(Quellen: Lebensmittelhygiene Karlsruhe, Ekelliste)