
Vegane Ernährung gilt für viele als gesund, nachhaltig und zeitgemäß. Doch Ernährungsexperten schlagen zunehmend Alarm: Vor allem stark verarbeitete Fleisch-Ersatzprodukte sind oft weniger gesund, als ihr Image vermuten lässt.
In den Supermarktregalen wächst das Angebot an veganen Burgern, Würstchen und Schnitzeln. Was viele Verbraucher jedoch nicht wissen: Ein Großteil dieser Produkte zählt zu den sogenannten hochverarbeiteten Lebensmitteln. Sie enthalten häufig große Mengen Salz, Zusatzstoffe, Aromen und industriell verarbeitete Fette.
Experten warnen vor falscher Sicherheit: „Nicht so gesund, wie viele denken“
Verbraucherschützer und Ernährungsexperten weisen darauf hin, dass „vegan“ nicht automatisch mit „gesund“ gleichzusetzen ist. Untersuchungen zeigen, dass viele Fleischalternativen zwar weniger gesättigte Fettsäuren enthalten als tierische Produkte, dafür aber deutlich höhere Salzwerte aufweisen. Auch Emulgatoren, Verdickungsmittel und künstliche Aromen tauchen in den Inhaltslisten auf.
Studien zu hochverarbeiteten Lebensmitteln bringen einen regelmäßigen Konsum mit gesundheitlichen Risiken wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselproblemen in Verbindung. Da spielt es erst einmal keine Rolle, ob die Produkte tierisch oder pflanzlich sind.
Darauf sollten Verbraucher achten: Fleisch-Ersatzprodukte nicht täglich essen
Mehrere aktuelle Studien relativieren das gesunde Image von Fleisch-Ersatzprodukten deutlich. So kommt etwa eine im Jahr 2024 in der Fachzeitschrift Food Research International veröffentlichte Analyse zu dem Ergebnis, dass viele pflanzliche Fleischalternativen zwar weniger gesättigte Fettsäuren als tierisches Fleisch enthalten. Dafür weisen die Produkte oft einen höheren Salzgehalt sowie geringere Mengen an hochwertigem Protein, Eisen und Vitamin B12 auf. Ein Großteil der Produkte sind stark verarbeitete Lebensmittel, deren langfristige gesundheitliche Auswirkungen bislang nicht ausreichend bekannt sind.
Eine weitere Übersichtsarbeit ordnet vegane Fleisch-Ersatzprodukte sogar den ultraverarbeiteten Lebensmitteln zu. Diese stehen laut Studien in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselprobleme. Die Forscher betonen, dass insbesondere der regelmäßige Konsum solcher Produkte kritisch zu bewerten sei und eine gesunde Ernährung nicht ersetze. Folglich lässt sich gar nicht sagen, dass vegane Lebensmittel gleichzeitig auch gesünder sind als nichtvegane Speisen.
(Quellen: Foodwatch, Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Verbraucherzentrale Bundesverband, Studien zu hochverarbeiteten Lebensmitteln)














