Verbannt: Bekannte Restaurantkette führt Bargeld-Verbot ein

Eine Kellnerin in schwarzer Kleidung und schwarzer Schürze bedient Gäste an einem Tisch. Auf diesem stehen Flaschen und Gläser. Die Servicekraft trägt ein Tablett, auf dem sich einige Tassen befinden.
Symbolbild © imago/Michael Gstettenbauer

Bargeld sorgt in Deutschland für Streit. Viele Menschen fürchten Einschränkungen, andere begrüßen digitale Zahlungen. Eine Restaurantkette führt nun ein Bargeld-Verbot ein und treibt die Debatte weiter an.

In Deutschland wird Bargeld so intensiv wie selten zuvor diskutiert. Händler setzen immer öfter auf Kartenzahlung und Apps, zugleich pochen viele Bürger auf ihre Freiheit beim Bezahlen. Einige Menschen haben Angst, dass Bargeld nach und nach aus dem Alltag verschwindet.

Viele Deutsche halten am Bargeld fest

Viele Deutsche hängen stark am Bargeld, weil sie damit ein Gefühl von Kontrolle und Unabhängigkeit verbinden. Sie bezahlen lieber bar, da sie ihre Ausgaben direkt sehen und besser einschätzen können. Außerdem vertrauen sie physischen Zahlungsmitteln oft mehr als digitalen Systemen. Historische Erfahrungen spielen ebenfalls eine Rolle, denn Inflation, Währungsreformen und wirtschaftliche Krisen haben das Vertrauen in staatliche und technische Lösungen geprägt. Gleichzeitig sehen viele Bürger Bargeld als Schutz ihrer Privatsphäre, weil keine Daten gespeichert werden. Deshalb reagieren sie sensibel auf Diskussionen über Einschränkungen und befürchten, dass sie langfristig an finanzieller Selbstbestimmung verlieren könnten.

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Restaurantkette führt Bargeld-Verbot ein

Andere Länder in Europa gehen mit Bargeld deutlich entspannter um und setzen stärker auf digitale Lösungen. In Schweden bezahlen viele Menschen fast nur noch mit Karte oder Smartphone. Außerdem akzeptieren zahlreiche Geschäfte kein Bargeld mehr. In den Niederlanden und in Finnland fördern Banken und Händler ebenfalls elektronische Zahlungssysteme, weil sie effizient arbeiten wollen. Frankreich und Italien halten dagegen stärker an Bargeld fest, obwohl auch dort Kartenzahlung zunimmt.

Ein konkretes Beispiel liefert die italienische Restaurantkette Tuscolo mit Filialen in Bonn, Siegburg, Köln und Rheinbach. Das Unternehmen führt ab April ausschließlich Kartenzahlung ein und beendet damit Barzahlungen in seinen Lokalen. Geschäftsführer Esposito Pietro begründete, dass das Unternehmen vor allem auf saubere Abläufe, zügige Bezahlvorgänge und mehr Sicherheit im Restaurantbetrieb setzt. Die Leitung erwartet kürzere Wartezeiten und weniger organisatorischen Aufwand. Außerdem will sie das Risiko von Diebstahl senken.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Netzwelt, Westfälischer Anzeiger)