Verboten: Lidl führt neue Kassenregel ein – „Nicht mehr für alle“

Zwei Männer stehen in der Schlange an der Kasse bei Lidl. Ein Mann in Lederjacke schaut in das Zeitschriftenregal. Im Vordergrund stehen zwei Einkaufswägen und im Hintergrund sind Preisschilder und Rabatte zu sehen.
Symbolbild © imago/Martin Wagner

Die Supermarkt-Kette Lidl greift konsequent durch und führt jetzt sogar eine neue Kassenregel ein. Um gegen Tricksereien vorzugehen, müssen einige Kunden nun auch auf Bequemlichkeit verzichten.

Tatsächlich führt Lidl jetzt teilweise eine neue Kassenregel ein, weil die Verantwortlichen keine andere Möglichkeit sehen. Kunden scheinen die Situation zu ihrem Vorteil auszunutzen.

Nicht nur Vorteile: Die Zahlen sind erschreckend

Die meisten Deutschen haben es zwischen Haushalt, Hobbys und Arbeit beim Einkauf eilig. Gleichzeitig steigen für Unternehmen die Personalkosten stetig, und so sind die Selbstbedienungskassen, welche mittlerweile in den meisten Läden stehen, eine echte Revolution. Kunden können ihre Waren selbst scannen und direkt an den Automaten bezahlen. Das scheint bequem, allerdings steigt das Risiko für Ladendiebstähle damit drastisch. Bereits im Jahr 2024 ergab eine Umfrage unter 40 Händlern, dass es Bestandsverluste zwischen 5 bis 39 Prozent gibt, seitdem die Maschinen im Kassenbereich stehen.

Auch die Supermarkt-Kette Lidl scheint mit unehrlichen Kunden zu kämpfen zu haben, denn sie führt jetzt teilweise eine neue Kassenregel ein. Berichten zufolge entstehen dem Einzelhandel laut Handelsverband jedes Jahr schätzungsweise 3 Millionen Euro Kosten durch Diebstähle und Buchungsfehler an den Kassen. Dagegen möchte das Unternehmen etwas tun.

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Die Technik reicht bislang nicht aus

Aktuell dürfen alle Supermarkt-Kunden ihre Waren an den Selbstbedienungskassen kaufen. Zu hundert Prozent vertrauen will der Discounter der eigenen Kundschaft jedoch nicht. So werden Kameras eingesetzt, um Diebe zu erwischen. Außerdem gibt es an einigen Stellen stichprobenartige Einkaufskontrollen sowie digitale Schranken, die Langfinger auffliegen lassen sollen.

Wenn es richtig voll in den Läden wird, scheinen die Maßnahmen jedoch nicht auszureichen. Deshalb führt Lidl jetzt offenbar eine neue Kassenregel ein. Aktuellen Informationen zufolge haben einige Filialen in Berlin nun das Recht, einzelne Kundengruppen an die regulären Kassen zu verweisen, um die Verluste zu begrenzen. Die Kette selbst erklärt öffentlich, dass es kein generelles Verbot für bestimmte Kundengruppen gibt. Allerdings wird wohl hauptsächlich ein Auge auf Gruppen geworfen, die in den Schulpausen kommen. So käme es gerade dann oft zum Kauf mehrerer Artikel, während nur einer verbucht wird.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Lidl)