Versand betroffen: Online-Shoppen wird ab Juli noch teurer werden

Ein großes Lager mit Förderbändern, auf denen zahlreiche Kartons stehen. Im Hintergrund sind hohe Regale mit Paletten und Kisten zu sehen – eine organisierte Logistikhalle für Versand und Warenverteilung.
Symbolbild

Ob bei Amazon, Temu oder Shein – ab Juli wird das Online-Shoppen für viele Sparfüchse teurer. Hintergrund ist eine spezielle Neuerung, die bei Verbrauchern für gemischte Reaktionen sorgen dürfte. Das ändert sich bald. 

Wer seine Einkäufe regelmäßig im Netz erledigt, sollte aufhorchen. Schon in wenigen Monaten greift eine neue Regel, die einiges verändert.

Online-Shoppen ab Juli: Es wird teurer

Medikamente, Kleidung, Smartphones, Schuhe ‒ fast alle Waren, die Verbraucher im stationären Handel finden, werden online oft zu besseren Konditionen bestellt. Eigenen Angaben nach liefert DHL täglich über sechs Millionen Pakete in Deutschland aus. Handelsgiganten wie Amazon bieten ihren eigenen Lieferdienst an. Der E-Commerce boomt. Ab Juli 2026 kommt jedoch eine wichtige Änderung auf Händler zu, die Auswirkungen auf Verbraucher haben könnte: Das Shoppen im Internet wird wohl teurer, weil eine spezielle EU-Regelung greift.

Warum Verbraucher mit höheren Preisen rechnen müssen 

Bislang kommen Pakete aus dem Ausland unter 150 Euro zollfrei ‒ und mit einer Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent ‒ nach Deutschland. Vor allem chinesische Onlinehändler wie Temu und Shein profitieren von dieser Regelung. Millionen Kunden bestellen dort unter anderem günstige Haushaltswaren, Textilien und Elektronik. Das führt zu einem massiven Wettbewerbsnachteil für Händler innerhalb der EU. Aufgrund der bisherigen Regelung ist es der Konkurrenz möglich, Billigprodukte anzubieten, die häufig unter den Produktionskosten lokaler Firmen liegen. Nun soll sich die bisherige Zollregelung allerdings ändern.

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Ab dem 1. Juli 2026 entfällt die Freigrenze für den Zoll. Stattdessen führt die EU eine Pauschale ein, die sich auf drei Euro pro Warenart beläuft. Demnach müssen Endverbraucher durch die Neuerung mit höheren Preisen für ihre Bestellung rechnen. Wie sich die Kosten insgesamt entwickeln werden, ist derzeit allerdings bis jetzt nicht ganz klar. Weil nicht selten falsche Warenwerte angegeben werden, will die EU auf diese Weise auch die Betrugsrate insgesamt reduzieren. Gleichzeitig erhofft man sich die Reduzierung von Verpackungsmüll, denn auch kleinere Bestellungen werden häufig in mehrere Sendungen aufgeteilt ‒ und das soll künftig seltener vorkommen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Europäische Kommission)