
Ein neuer Freizeitpark, der in Rotterdam eröffnen sollte, soll bald wieder plattgemacht werden. Die Stadt hat andere Pläne und sieht für den Park keine Chance mehr.
Nie hat hier nur ein Besucher jemals eine Attraktion genutzt. Und dennoch soll ein neuer Freizeitpark schon wieder plattgemacht werden. Zu viele Gegenstimmen geben dem Park einfach keine Chance.
Freizeitpark steht in den Startlöchern – Aus scheint besiegelt
Glückliche Familien, ansteckendes Kinderlachen, Augen, die sich vor Faszination weiten, der Geruch von leckerem Essen – all das verbindet man mit einem Freizeitpark. Diese Vision hatte auch der als „König der Freizeitparks“ bekannte Unternehmer Hennie van der Most, als er 2012 mit dem Freizeitpark in Rotterdam begann. Im „Rivoli“ sollten Tausende Familien jeden Tag ihre Freizeit verbringen und große und kleine Abenteuer erleben.
Leider scheiterte er. Zunächst am Boden, denn diesen musste er grundlegend sanieren. Der Grund: Zuvor diente das 25.000 Quadratmeter große Gelände als Mülldeponie. Umfangreichere und damit kostenintensive Reinigungs- und Sanierungsarbeiten wurden notwendig. Danach scheiterte er an Genehmigungen, um die Attraktionen im Park bauen zu dürfen. Damit scheint das Aus des Freizeitparks besiegelt, bevor er überhaupt geöffnet hat. Ende 2030 fällt das Gelände nämlich zurück an die Stadt. Dann endet der Pachtvertrag.
Neuer Freizeitpark soll wieder plattgemacht werden: Einer stemmt sich dagegen
Doch auch wenn es für den Freizeitpark schlecht aussieht, hat ein Mann noch nicht aufgegeben. Er ersteigerte für 6,6 Millionen Euro das Nutzrecht für den Park, bevor es in fast vier Jahren wieder zurück an die Stadt geht. Und den ersten Widerstand musste er bereits hinnehmen. Er wollte am Rand des Parks ein 122 Meter langes Schiff „Arche Noah“ verankern. Die Mehrheit des Rotterdamer Stadtrats stimmte dagegen. Man sehe keine Zukunft für den Park. Ab 2030 sollen auf dem Gelände Wohnungen entstehen. Man arbeite zudem an Plänen, die die Bewohner mit dem angrenzenden Fluss verbinden.
Doch aufgeben will der Unternehmer Wim Beelen nicht. Er will den Freizeitpark „Rivoli“ auf jeden Fall eröffnen, und wenn es nur für drei Jahre ist. Zudem hält er die Pläne der Stadt Rotterdam für sehr windig. Zuerst hätten sie einen Freizeitpark gewollt, jetzt wollten sie Wohnungen bauen. Wim Beelen kennt man in den Niederlanden schon. Zuvor hatte er bereits ein riesiges Werftgelände im Amsterdamer Hafen für 86 Millionen Euro gekauft. Doch es gab Streitigkeiten mit der Gemeinde, weshalb er es zurückverkaufte. Die Gemeinde zahlte das Doppelte. Mit Herrn Beelen wird es wohl für die Stadt Rotterdam nicht einfach werden.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, ANP, RTV Rijnmond)














