Warnung bei Lidl: Millionen Deutsche sollten keine Bratwurst essen

Auf dem Bild hält eine Hand ein Brötchen, das mit einer Bratwurst und Senf gefüllt ist. Im Hintergrund stehen zahlreiche Holzbänke und -tische eines Biergartens, teilweise mit grünen Sonnenschirmen überspannt.
Symbolbild © iStock/frantic00

Eigentlich sollte die Bratwurst auf dem Grill landen – doch für viele Verbraucher könnte sie unangenehme Folgen haben. Jetzt gibt es eine offizielle Warnung bei Lidl in mehreren Bundesländern.

Ein Grillabend endet für viele womöglich mit Bauchkrämpfen statt Genuss: In mehreren Lidl-Filialen sorgt jetzt eine Bratwurst für Alarm.

Gefährliche Überraschung beim Grillen

Die Grillsaison ist gestartet, in vielen Gärten brutzeln wieder Würstchen auf dem Rost. Doch ausgerechnet ein beliebtes Produkt sorgt nun für Aufregung. Denn bei einer Geflügelbratwurst, die über Lidl verkauft wurde, steckt offenbar mehr drin als gedacht. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilt, betrifft der aktuelle Rückruf die Marke „Kamar“. Laut Hersteller Meemken Wurstwaren GmbH kam es bei der Verpackung zu einer folgenschweren Verwechslung. Demnach wurden mit Käse gefüllte Geflügelbratwürste versehentlich mit den Etiketten der normalen Geflügelbratwurst versehen. Für Kunden war also beim Kauf nicht erkennbar, dass sich Käse im Produkt befindet.

Besonders Menschen mit Laktoseintoleranz oder einer Milcheiweißallergie sollten die betroffenen Würste auf keinen Fall essen. Denn bereits kleine Mengen Milchbestandteile können Beschwerden auslösen. Betroffen ist ausschließlich die Kamar Geflügelbratwurst in der 500-Gramm-Vakuumverpackung mit dem Produktionsdatum 17. April 2026. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist der 26. Juni 2026, die Chargennummer lautet 516516, die EAN 4008460266741. Nach Angaben des BVL wurde das Produkt in Lidl-Filialen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland verkauft. Kunden können die Ware auch ohne Kassenbon in ihrer Einkaufsstätte zurückgeben und erhalten den Kaufpreis erstattet.

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Millionen Deutsche betroffen

Offiziellen Schätzungen zufolge leiden in Deutschland etwa fünfzehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung unter Laktoseintoleranz. Die Beschwerden reichen von Bauchschmerzen und Krämpfen bis hin zu Blähungen, Durchfall und Übelkeit. Besonders tückisch: Die Symptome treten häufig nicht sofort auf, sondern erst Stunden nach dem Verzehr. Wer zusätzlich unter einer Milcheiweißallergie leidet, reagiert oft noch empfindlicher. In solchen Fällen kann bereits eine geringe Menge Milcheiweiß eine starke Immunreaktion auslösen.

Der aktuelle Lidl-Rückruf ist dabei kein Einzelfall. Insgesamt veröffentlichten die Bundesländer und das BVL im Jahr 2025 323 Rückrufe auf dem Portal „lebensmittelwarnung.de“. Besonders häufig standen Krankheitserreger wie Listerien und Salmonellen hinter den Warnmeldungen. Doch auch Allergene, Fremdkörper oder gesundheitsschädliche Rückstände sorgen immer wieder dafür, dass Produkte aus den Regalen verschwinden. Von Lebensmittelmeldungen entfiel gut ein Drittel auf die Produktgruppen Obst und Gemüse, Fleisch und Wurstwaren sowie Eis und Süßwaren.

(Quellen: Lidl, Lebensmittelwarnung, Hersteller, Verbraucherzentrale)