
Wochenlange Trockenheit und hohe Temperaturen bringen viele Regionen Deutschlands an ihre Grenzen. Während Flüsse und Bäche immer weniger Wasser führen, steigt gleichzeitig der Verbrauch in den Haushalten deutlich an. Deshalb greifen immer mehr Städte und Landkreise zu drastischen Maßnahmen.
Vor allem das Bewässern von Gärten und das Befüllen privater Pools lassen den Bedarf in die Höhe schnellen. Deshalb ergreifen immer mehr Städte und Landkreise strikte Maßnahmen. Nach aktuellen Erhebungen gelten inzwischen in mehr als 80 Kommunen Verbote bei der Wassernutzung.
Verbrauch von Wasser massiv einschränken: Immer mehr Städte verbieten Garten und Pool
Besonders konsequent reagierte zuletzt München auf den steigenden Verbrauch von Wasser in der Stadt. Die Landeshauptstadt untersagte das Befüllen privater Pools und Badebecken komplett. Zusätzlich dürfen Bürger Rasenflächen überhaupt nicht mehr mit Trinkwasser bewässern. Für Beete, Hecken und Zierpflanzen gilt zwischen 9 und 19 Uhr ebenfalls ein Bewässerungsverbot. Auch das Waschen von Autos außerhalb gewerblicher Waschanlagen sowie die Wasserentnahme aus Flüssen und Seen für private Zwecke ist untersagt. Wer gegen die Allgemeinverfügung verstößt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.
Die Region Hannover schränkt ebenso den Wasserverbrauch deutlich ein. Zwischen dem 1. Juni und 30. September dürfen Rasensprenger und Beregnungsanlagen bei Temperaturen ab 27 Grad in der Zeit von 11 bis 17 Uhr nicht laufen. Die Regel betrifft private Gärten genauso wie Parks, Sportanlagen und landwirtschaftliche Flächen. Nur besonders wassersparende Bewässerungstechniken bleiben erlaubt. Verstöße können ebenfalls mit hohen Bußgeldern geahndet werden.
Wasser wird langsam knapp: Viele Gemeinden und Stadtteile schreiten ein
Nicht nur Großstädte handeln. Auch zahlreiche Landkreise in Baden-Württemberg haben die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen verboten oder stark eingeschränkt. Betroffen sind unter anderem die Kreise Konstanz, Ravensburg, Tuttlingen, Esslingen, Böblingen, Sigmaringen und Lörrach. Die Behörden wollen damit verhindern, dass die ohnehin niedrigen Wasserstände weiter sinken und Tiere sowie Pflanzen zusätzlichen Schaden nehmen.
Experten rechnen damit, dass weitere Kommunen nachziehen. Der Deutsche Wetterdienst registriert seit Monaten außergewöhnlich trockene Böden. Gleichzeitig steigt der Wasserverbrauch an heißen Tagen sprunghaft an. Besonders kritisch wird es, wenn viele Haushalte gleichzeitig ihre Gärten bewässern oder große Pools füllen. Dann geraten örtliche Wasserversorger schnell an ihre Belastungsgrenze. Für Hausbesitzer lohnt sich deshalb ein Blick auf die Internetseite der eigenen Stadt oder des zuständigen Landkreises. Die Regeln unterscheiden sich von Ort zu Ort erheblich. Was in einer Gemeinde noch erlaubt ist, kann wenige Kilometer weiter bereits verboten sein.
(Quellen: DWD, Umweltbundesamt, BDEW)














