
Deutschland verliert zunehmend Wasser. Neue Daten zeigen das Ausmaß der Entwicklung. Sinkende Grundwasserstände, anhaltende Trockenheit und politische Forderungen nach neuen Regeln machen deutlich, dass die Ressource vielerorts unter Druck gerät.
Wasser entwickelt sich in Deutschland immer stärker zu einer knappen Ressource. Längere Trockenphasen, steigende Temperaturen und ein veränderter Niederschlagsverlauf setzen Flüssen, Seen und Grundwasservorkommen zu. Viele Regionen verzeichnen bereits sinkende Reserven.
Deutschland verliert Milliarden Kubikmeter Wasser
Die anhaltende Trockenheit lässt sich inzwischen auch mit aktuellen Messdaten nachvollziehen. Hohe Temperaturen und ausbleibender Regen haben dazu geführt, dass sich die Wasserstände vieler Gewässer deutlich verringern. Nach Angaben von Bundesumweltminister Carsten Schneider verlor Deutschland innerhalb von 25 Jahren rund 60 Milliarden Kubikmeter Wasser. Dieses Volumen entspricht ungefähr der Wassermenge des Bodensees, des Starnberger Sees, des Chiemsees, des Ammersees und der Müritz zusammen. Zudem stellt das neue Niedrigwasserinformationssystem NIWIS erstmals Pegelstände aus ganz Deutschland gebündelt auf einer zentralen Internetplattform bereit und erleichtert dadurch den Überblick über die aktuelle Situation.
Wasserknappheit verschärft sich – Neue Regeln gefordert
Auch unter der Erdoberfläche verschärft sich die Lage. In weiten Teilen Deutschlands liegen die Grundwasserstände derzeit unter den für diese Jahreszeit üblichen Werten. Das betrifft ebenfalls den Bodensee, der eine wichtige Rolle für die Trinkwasserversorgung spielt. Fachleute führen diese Entwicklung auf die Erderwärmung und den hohen Wasserverbrauch zurück. Dadurch gelangen vielerorts weniger Wassermengen in die natürlichen Speicher, obwohl gleichzeitig der Bedarf steigt. Experten rechnen damit, dass die Nutzung der verfügbaren Wasservorräte künftig häufiger zu Interessenkonflikten zwischen verschiedenen Verbrauchern führen könnte.
Die Grünenfraktion im Bundestag verlangt deshalb neue Vorgaben für den Umgang mit Wasser. Aus ihrer Sicht darf die Sicherung der Trinkwasserversorgung künftig Vorrang erhalten, wenn die verfügbaren Mengen nicht ausreichen. Die Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann betont, dass Einschränkungen nicht allein private Haushalte treffen dürften. Stattdessen müssten auch Unternehmen Verantwortung übernehmen. In einem Positionspapier sprechen sich Haßelmann, ihre Stellvertreterin Julia Verlinden und die wasserpolitische Sprecherin Steffi Lemke für bundesweit einheitliche Regeln bei der Wasserentnahme aus. Außerdem fordern sie, industrielle Großverbraucher bei Wasserknappheit stärker zu begrenzen und Unterschiede zwischen den Bundesländern abzubauen.
(Quellen: dts Nachrichtenagentur, Tagesspiegel, Eigene Recherche der KA-Insider-Redakteue)














