
Wochenlang kaum Regen, dazu Temperaturen deutlich über 30 Grad – die anhaltende Hitzewelle bringt viele Obstbauern an ihre Grenzen. Während Verbraucher die Sonne genießen, kämpfen Landwirte darum, ihre Ernte zu retten. Einige greifen deshalb inzwischen zu einer ungewöhnlichen Methode: Sie besprühen Äpfel und anderes Obst mit einer Art Sonnencreme.
Sonnencreme auf Obstbäumen? Landwirte machen es vor und greifen aufgrund veränderter Bedingungen zu dieser skurril klingenden Maßnahme. Das steckt wirklich dahinter.
Wegen ernsthaftem Sonnenbrand: Äpfel mit Sonnencreme besprühen
Sonnencreme auf Obstbäumen – hinter dem ungewöhnlichen Anblick steckt in Wahrheit gar kein kosmetisches Produkt. Tatsächlich verwenden die Landwirte ein feines Mineralpulver auf Tonbasis, das mit Wasser vermischt und auf die Früchte gesprüht wird. Nach dem Trocknen bleibt ein heller Schutzfilm zurück. Dieser reflektiert einen Teil der Sonnenstrahlen und verhindert, dass sich die Früchte zu stark aufheizen.
Der Hintergrund ist ernst: Bei extremer Sonneneinstrahlung können Äpfel regelrecht Sonnenbrand bekommen. Auf der Schale entstehen braune oder helle Flecken – die Früchte verlieren an Qualität und lassen sich oft nur noch eingeschränkt verkaufen. Besonders problematisch wird es, wenn hohe Temperaturen über mehrere Tage anhalten und kaum kühlere Nächte für Entlastung sorgen.
Heiß und viel zu trockene Sommer: Landwirte müssen jetzt Obst schützen
Die Schutzschicht wirkt dabei wie ein Sonnenschirm. Sie senkt die Oberflächentemperatur der Früchte und hilft gleichzeitig dabei, Hitzestress zu verringern. Nach der Ernte lässt sich der Belag problemlos wieder abwaschen. Für Verbraucher entstehen dadurch keine Nachteile, denn die Früchte gelangen sauber in den Handel. Die ungewöhnliche Methode zeigt, wie stark sich der Obstbau an veränderte Wetterbedingungen anpassen muss. Neben Hagel, Spätfrost und Trockenheit zählt inzwischen auch extreme Sonneneinstrahlung zu den größten Risiken. Viele Betriebe investieren deshalb zusätzlich in Bewässerungssysteme, Hagelnetze oder neue Anbaumethoden, um ihre Ernten besser zu schützen.
Experten gehen davon aus, dass solche Maßnahmen künftig häufiger notwendig werden. Heiße und trockene Sommer treten in vielen Regionen Deutschlands inzwischen regelmäßiger auf als noch vor einigen Jahrzehnten. Für die Landwirtschaft bedeutet das nicht nur höhere Kosten, sondern auch einen deutlich größeren Planungsaufwand. Für Verbraucher macht sich diese Entwicklung oft erst später bemerkbar. Fallen Ernten kleiner aus oder sinkt die Qualität vieler Früchte, können Obst und andere landwirtschaftliche Produkte teurer werden. Genau deshalb beobachten Landwirte jede Hitzewelle inzwischen mit großer Sorge – und greifen notfalls auch zu ungewöhnlichen Lösungen, damit Äpfel, Birnen und andere Früchte gesund bis zur Ernte heranwachsen.
(Quellen: Landwirtschaftskammer BW, Obstbau.org, LTZ Augustenberg)














