
Vegan zu leben, ist für viele gerade im Januar ein Ziel. Doch der Trend scheint an Geschwindigkeit zu verlieren. Weltweit wollen sich immer weniger Menschen vegan ernähren. Ein Land in der DACH-Region bildet die Ausnahme.
Eine pflanzliche Ernährung gilt als gesund und besonders schonend für Tiere und Umwelt. Doch offenbar wollen global weniger Menschen vegan leben. Der Trend könnte sich somit abflachen.
Weniger Menschen vegan: So groß ist der Markt für alternative Lebensmittel
Die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen in Deutschland erreichte noch 2023 nach einer Marktanalyse des Good Food Institute Europe (GFI) einen Rekordumsatz von 2,2 Milliarden Euro. Dies bedeutet ein Wachstum von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem pflanzliche Fleisch- und Milchprodukte sind beliebte Kategorien, wobei Eigenmarken mit günstigeren Preisen die treibende Kraft hinter dem Boom sind. Der Preisunterschied zu tierischen Produkten wird immer geringer, insbesondere bei pflanzlicher Sahne, die inzwischen günstiger als tierische Sahne ist.
Doch das Wachstum gilt nicht für alle Produkte. Während die meisten Kategorien wachsen, stagnierte schon 2023 der Markt für pflanzliche Desserts und zeigt einen Umsatzrückgang von 7 Prozent. Deutschland bleibt der führende Markt in Europa für pflanzliche Produkte. Insgesamt ist der Umsatz mit pflanzlichen Lebensmitteln in sechs europäischen Ländern zwischen 2022 und 2023 um 5,5 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro gestiegen, trotz Herausforderungen in der Lebensmittelindustrie.
Krisenzeichen: Darum wollen weniger Menschen vegan leben
Hingegen sanken die Verkaufszahlen in den Niederlanden und im Vereinigten Königreich. Besonders pflanzliche Milch und Fleisch gehen nach der Studie zunehmend in den „Mainstream“ über, während kleinere Kategorien wie Sahne und Käse überdurchschnittlich wachsen. Grund ist, dass nicht nur Veganer, sondern auch Menschen mit karnivorer Ernährung gelegentlich auf vegane Ersatzprodukte zurückgreifen. Auch der Trend zum Veganuary hält an.
Weltweit zeigt sich inzwischen jedoch ein leichter Rückgang der Popularität veganer Ernährung, mit Berichten aus Ländern wie den USA und Großbritannien, die eine abnehmende Nachfrage nahelegen. Die New York Times betonte, dass selbst prominente vegane Restaurants wie das Eleven Madison Park wieder Fleisch auf ihre Speisekarten setzen. Hinzu kommen kürzliche Gesetzesänderungen der EU, die Namensähnlichkeit zu tierischen Produkten wie Wurst oder Steak verbieten. Auch in der Gastronomie zeigt sich die Entwicklung: Fast-Food-Ketten wie McDonald’s streichen vegane Menüangebote wie den „McPlant“ wegen mangelnder Nachfrage. In Österreich verläuft die Entwicklung hingegen anders, wo der Markt für pflanzliche Produkte noch ein deutliches Wachstum verzeichnet. Laut NielsenIQ stieg der Umsatz für pflanzliche Milchalternativen bis Oktober 2024 um 6,5 % auf 105,6 Millionen Euro, und Fleischersatzprodukte wuchsen um 8,2 % auf 61,7 Millionen Euro.
(Quellen: Statista, Barmer, Ökolandbau)














