„Zu viel Veggie“: Wurstfabrik mit 500 Mitarbeitern steht vorm Aus

In einer Wurstfabrik hängen mehrere hellbraune Würste, die an einer Förderanlage entlanglaufen. Es sind Haken, Metallgestänge und Schienen zu sehen. Die Produktionshalle hat Edelstahlwände und Rohrleitungen.
Symbolbild © imago/Zoonar

Eine traditionsreiche Wurstfabrik mit 500 Mitarbeitern schließt. Fachgewerkschaften zeigen sich empört über die Entscheidung des Unternehmens. Die Gründe für das Aus und warum plötzlich Kritik laut wird ‒ alle Antworten auf einen Blick.

Nun trifft es das nächste Unternehmen: Ein bekannter Wursthersteller muss die Produktion an diesem Standort schon bald endgültig einstellen. Das steckt dahinter.

Wurstfabrik mit 500 Mitarbeitern macht plötzlich dicht

Ob Metzgereien oder Fabriken in der Fleischindustrie: Die Zahl der Betriebe geht allmählich zurück. Strukturelle Veränderungen machen der gesamten Branche zu schaffen. Jetzt hat es das nächste Unternehmen getroffen. Eine mögliche ‒ und keinesfalls die einzige – Erklärung für den Trend, der für viele betroffene Firmen besorgniserregend ist, ist mitunter die steigende Nachfrage nach Veggie-Produkten. Diese geht mit den veränderten Ernährungsgewohnheiten der Konsumenten einher. Fleisch ist nach wie vor beliebt, doch der bewusste Konsum und auch der Verzicht rücken in den Fokus.

Vor allem sind es jedoch die hohen Betriebskosten und die für Verbraucher zunehmend hohen Preise, die zur Schließung vieler Betriebe führen. Hinzu kommt ein Fachkräftemangel. Jetzt schließt auch ein Werk, das zu DDR-Zeiten ein wahres Fleischimperium war. Damals galt es europaweit als eines der größten Werke. Als Gründe werden unter anderem steigende Ausgaben sowie rückläufige Verkaufszahlen angeführt.

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Wie es nach der Schließung weitergeht

Die betroffene Eberswalder Wurst GmbH ist Teil der Mühlen-Gruppe, deren Mutterfirma die häufig umstrittene Tönnies-Holding ist. Heute vermarktet Tönnies sich auch als „Premium Food Group“. Weil die Eberswalder Werke am Produktionsstandort Britz ihre Pforten schließen und 500 Mitarbeiter von der Entscheidung betroffen sind, erhebt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen: Der Fleisch-Gigant Tönnies habe vor allem den Profit im Blick, während die Beschäftigten die Leidtragenden seien. Überrascht über die Entscheidung sei man jedoch nicht. Die bald arbeitslosen Mitarbeiter sollen einen Abfindungsplan erhalten. Zwar schließen die Werke, aber die Produktion der Würste läuft an anderen ostdeutschen Standorten weiter. Am 28. Februar 2026 gehen die Lichter in Britz im Landkreis Barnim endgültig aus.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Unternehmensangaben, Branchenberichte)