Zucker-Schock im Kühlregal: Neues Müller-Dessert sorgt für Kritik

Verschiedene Produkte der Firma Theo Müller vor einem weißen Hintergrund. Zu sehen sind Buttermilch, Müllermilch, Joghurt mit der Ecke und Milchreis.
Symbolbild © imago/Zoonar

Müller bringt mit den neuen „Triple Desserts“ gleich vier süße Varianten ins Kühlregal. Doch der enorme Zuckergehalt sorgt für viel Kritik bei Verbrauchern und Ernährungsexperten.

Cremig, süß und verführerisch: Ein neues Dessert aus dem Kühlregal sorgt gerade für heftige Diskussionen.

Mehr Zucker als viele erwarten

Mit immer neuen Kreationen versucht der Müller-Konzern regelmäßig, Kunden zum Zugreifen zu bewegen. Jetzt steht die nächste süße Versuchung in den Startlöchern – doch statt Begeisterung hagelt es Kritik. Mit den neuen „Triple Desserts“ setzt Müller auf gleich drei Schichten Genuss in einem Becher: Sauce, Pudding und Mousse. Die Sorten Nuss, Karamell, Pistazie und Kaffee sollen ab Mai in den Handel kommen. Der große Aufreger: der enorme Zuckergehalt. Pro 100 Gramm enthalten die Desserts rund 17 Gramm Zucker. Die Sorte Nuss bringt es auf 16,9 Gramm, Kaffee auf 17,0 Gramm und Pistazie sowie Karamell sogar auf 17,3 Gramm. Da ein Becher 150 Gramm enthält, kommen Verbraucher auf mehr als 25 Gramm Zucker pro Portion.

Das ist deshalb brisant, weil die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, möglichst nicht mehr als fünfzig Gramm freien Zucker pro Tag zu konsumieren – idealerweise sogar nur 25 Gramm. Freier Zucker bezeichnet dabei Zucker, der Lebensmitteln zusätzlich zugesetzt wird. Wer also zwei Becher der neuen Müller-Desserts löffelt, hat die empfohlene Tagesmenge bereits überschritten. Besonders kritisch sehen Ernährungsexperten, dass Zucker in vielen Fertigprodukten längst nicht mehr nur für den Geschmack verwendet wird. Er dient oft auch als billiger Füllstoff und Geschmacksverstärker.

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Zucker unter Verdacht

Doch die Diskussion geht noch weiter. Wissenschaftler beschäftigen sich seit Jahren mit den Folgen eines hohen Zuckerkonsums. Zu viel Zucker kann Übergewicht fördern und das Risiko für Krankheiten wie Diabetes erhöhen. Einige Studien untersuchen sogar, ob Zucker Entzündungen begünstigt oder bestimmte Krebsarten beeinflussen könnte.

Fachgesellschaften wie die Deutsche Adipositas Gesellschaft, die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehlen deshalb ebenfalls, maximal 50 Gramm Zucker täglich aufzunehmen. Gleichzeitig liegt der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland weiterhin deutlich darüber, nämlich bei 90 Gramm Zucker pro Tag. Neben den Nährwerten sorgt auch das Unternehmen selbst immer wieder für Diskussionen. Firmenchef Theo Müller geriet in der Vergangenheit mehrfach wegen seiner Kontakte und geäußerten Sympathien zur AfD in die Schlagzeilen. In sozialen Netzwerken gibt es deshalb regelmäßig Boykottaufrufe gegen Produkte des Konzerns.

(Quellen: Müller, Verbraucherorganisationen, Ernährungsexperten, dpa)