Bei 14 Grad: Frühlingswetter kommt im Dezember zurück

Aufgrund von hohen Temperaturen schmilzt der Schnee auf einem Rasenstück. Man sieht das grüne Gras und ein paar letzte weiße Schneeflecken auf dem Boden, doch das Tauwetter hat eingesetzt.
Symbolbild © istockphoto/VIDOK

Viele sehnen sich im Dezember gerade um Weihnachten herum nach kalten Temperaturen und Schnee. Doch dieses Jahr soll der Dezember eher Frühlingswetter mit 14 Grad und milde Wärme zu uns bringen.

Nach eisigen –15 Grad in der letzten Woche schwenkt der Winter plötzlich in milde Atlantikluft um. War das der letzte Frost – oder nur eine Pause im Winterrennen?, fragen sich viele. Bei 14 Grad, die jetzt im Dezember auf uns zukommen, kann man fast schon von echtem Frühlingswetter reden.

Der Dezember macht, was er will: So kommt der Winter ins Schwanken

Eisige Nächte, klirrende Kälte und erste Frostwarnungen — viele rechneten fest mit Schnee und Frost zum Winteranfang. Gerade erst präsentierte sich die Republik in frostigen Minusgraden, teils bis –15 Grad. Straßeneis, angefrorene Autos, heizende Haushalte – der Winter war volle Kanne da. Doch kaum ein paar Tage später, und das Wetter rudert zurück. Wind aus dem Westen brachte milde Atlantikluft, die überall spürbar war. Besonders im Westen kletterten die Temperaturen auf bis zu 14 Grad. Das ist ein Kontrast, der selbst Wetterexperten überrascht.

Der Hauptgrund für diese abrupte Umkehr ist ein außergewöhnlich warmer Luftzug in höheren Atmosphärenschichten. Diese Warmluft legte sich wie ein unsichtbarer Mantel über weite Teile Deutschlands und verhinderte zugleich kalten Bodenfrost. Das bedeutet: Schnee oder Frost? Kaum Aussicht darauf! Diese Art von Höhenströmung verhindert, dass sich tiefe, kalte Luft bis nach unten durchmischt. Damit bleiben tiefe Lagen mild, während nur die Berge echtes Winterwetter erleben. Auch die Wettermodelle signalisieren: Für die nächsten Wochen sind kaum erneute Frostperioden zu erwarten.

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War’s das schon?: Warum der Winter noch nicht abgeschrieben ist

So verlockend der Gedanke an ein frostfreies Ende auch sein mag – ganz aus dem Rennen ist der Winter noch lange nicht. Entscheidend dafür ist ein meteorologischer Schlüsselakteur: der Polarwirbel. Wenn dieser stabil bleibt, sorgt er für milde West- und Südwestströmungen. Schwächelt er jedoch oder split­tet er sich, können arktische Kaltluftmassen plötzlich nach Europa ausbrechen – mit Schnee und Frost.

Das heißt: Ein spätes Winter-Comeback bleibt möglich. Gerade in Höhenlagen und Regionen nahe der Alpen kann es erneut weiß werden. Zudem zeigen Langfristmodelle, dass kalte Abschnitte oft erst Mitte bis Ende Winter – also im Februar oder März – relevant werden. Für die Bürger heißt das: Wer Heizung oder Fahrzeug schon winterfest gemacht hat, sollte diese Vorbereitungen nicht gleich zurückstellen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, NOAA)