Frühlingswelle erfasst Deutschland: Rekord-Temperaturen im März

Zwei Kinder entspannen auf der Schaukel in der Sonne. Sie tragen Strohhüte über ihren Gesichtern, um sich vor der Sonne zu schützen.
Symbolbild © istockphoto/Imgorthand

Während wir kalendarisch noch im Winter stecken, sorgen Rekord-Temperaturen im März für T-Shirt-Wetter und volle Straßencafés. Doch Vorsicht – nachts lauert weiterhin Frost, und ein Wettersturz ist nicht komplett ausgeschlossen.

Das Wetter sorgt für Staunen: Deutschland erlebt einen Frühling im Turbo-Modus – mit möglichen Rekordwerten!

Zwischen Frostschock und Sonnenbrille

Noch vor wenigen Wochen klirrten die Zähne: Mitte Februar herrschte fast flächendeckend Dauerfrost, Schneemänner säumten Parks und Gärten. Und jetzt? Sonnenbrille raus, Winterjacke weg! Das Thermometer klettert plötzlich auf dreizehn bis neunzehn Grad, im Südwesten entlang des Rheins sind ab Mittwoch sogar zwanzig oder 21 Grad drin. Der Donnerstag könnte der bislang wärmste Tag des Monats werden. Kalendarisch befinden wir uns zwar noch im Winter – meteorologisch spielt das Wetter jedoch längst verrückt. Modellrechnungen deuten aktuell auf keinen spürbaren Wetterwechsel hin. Im Gegenteil: Die erste Märzhälfte könnte zu den wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 zählen.

Doch der Frühlingsrausch hat eine frostige Kehrseite. Während tagsüber T-Shirt-Wetter lockt, fallen die Temperaturen nachts deutlich ab. Der Boden ist noch eiskalt, gespeicherte Winterkälte lässt die Luft nach Sonnenuntergang rasch auskühlen. Meteorologen warnen deshalb vor leichtem Frost in der Nacht zum Mittwoch. In Bayern, Baden-Württemberg, der Lausitz und Schleswig-Holstein sinken die Werte auf minus ein bis minus vier Grad. Auch anderswo bleibt es rund um den Gefrierpunkt frostig, ehe am Morgen wieder die Sonne übernimmt.

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Hochdruck-Blockade mit Risiko

Verantwortlich für den Frühstart-Frühling ist eine stabile Hochdrucklage über Europa. Sie blockiert kalte Luftmassen aus Norden und Osten – und beschert uns stattdessen milde, teils ungewöhnlich warme Luft. Doch Vorsicht: Wo Hochdruck regiert, bleibt Regen oft aus. Schon im vergangenen März war es vielerorts außergewöhnlich trocken. Auch jetzt sind bis mindestens kommenden Montag keine nennenswerten Niederschläge in Sicht. Die Gefahr: ausgetrocknete Böden, Stress für die Natur – und erhöhte Waldbrandgefahr. Trotz Sonnenschein ist ein markanter Wetterumschwung nicht ausgeschlossen. Im März kann sich die Großwetterlage binnen weniger Tage drehen. Gelangt dann kalte Luft nach Mitteleuropa, drohen erneut Nachtfröste, kalte Tage oder sogar Schneeschauer.

Und was sagt der berühmte Hundertjährige Kalender? Laut den Aufzeichnungen des Abtes Moriz Knauer, die zwischen 1652 und 1658 entstanden, soll der März bis zum 22. eher kühl bleiben, danach unbeständig und regnerisch werden. Experten sehen das allerdings nüchtern: Wissenschaftlich haltbar sind diese Langfristprognosen nicht. Wenn sie zutreffen, dann eher zufällig.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, metdesk)