Polarwirbel: Extrem-Winter könnte Deutschland bevorstehen

Ein Schild mit einer Schneestrumwarnung.
Symbolbild © istockphoto/ronniechua

Der Winter in Deutschland könnte 2022/2023 extrem werden. Grund dafür ist ein Wetter-Phänomen in der Arktis.

Ausschlaggebend für diesen Winter ist der Verlauf des Polarwirbels. Und derzeit sieht es danach aus, als beschere dieser uns einen ganz extremen Winter 2022/2023.

Nach einem extremen Sommer wird auch ein extremer Winter erwartet

Bereits der Sommer in diesem Jahr war in Deutschland extrem. Eine anhaltende Hochwetterlage sorgte für fast ununterbrochene heiße Luft. Dies strömt aus Nordafrika über Spanien und Frankreich zu uns. Die Folge: eine Hitzewelle nach der anderen. Ein Sommer, der als sonnigster und trockenster in die Geschichte einging.

Der Herbst dagegen wird wechselhaft. Es können Unwetter und Sturm auf uns zukommen, als auch spätsommerliche Hochs. Diese bringen noch einmal viel Sonne und angenehme Temperaturen.

In der Nordhalbkugel gibt es keinen Herbst. Dort folgt der Winter direkt auf den Sommer. Und was dort geschieht, hat großen Einfluss auf den Winter in Deutschland. Besonders der Polarwirbel bestimmt den Verlauf. Und dieser könnte in diesem Jahr für ein extremes Winterwetter sorgen.

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Der Polarwirbel bestimmt den Winter in Deutschland

Die Winter in Deutschland sind sehr unterschiedlich. Manchmal ist es kalt, mit viel Eis und Schnee. In anderen Wintern ist es jedoch sehr mild und es fällt keine Schneeflocke vom Himmel.

Wie der Winter in Deutschland ausfällt, bestimmt hauptsächlich der Polarwirbel. Dieser ist ein Starkwindband in etwa 30 Kilometern Höhe. Der Polarwirbel besteht nur etwa sechs Monate im Jahr. Er bildet sich im Herbst über der Arktis und löst sich im Frühjahr wieder auf.

Der Polarwirbel ist immer in Bewegung und Schwingung. Er kann sich auch oval ausdehnen. Tut er dies, wird kalte Luft bis weit in den Süden gedrückt. Im Extremfall teilt er sich auch komplett und es findet ein Polarwirbelsplit statt. Ist dies der Fall, kann kalter Nordost- und Ostwind nach Deutschland gelangen. Liegen dann Tiefdruckgebiete in der Nähe, gibt es viel Frost und Schnee. Bei einem stabilen Polarwirbel hingegen wird der Winter in Deutschland mild.

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Das wird für 2022/2023 erwartet

In diesem Winter sorgt der Polarwirbel für extremes Winterwetter in Deutschland. Dies fanden Wissenschaftler in einer Studie heraus. Und auch für die kommenden Winter wird immer extremeres Winterwetter erwartet. Die Ursache ist auch hier der Klimawandel.

Denn die steigenden Temperaturen sorgen für schmelzendes Eis in der Arktis. Dies wirkt sich auf den Polarwirbel aus. „Wir argumentieren, dass schmelzendes Meereseis in Nordwest-Asien, gepaart mit verstärktem Schneefall in Sibirien, zu einer Erhöhung des Temperaturunterschiedes zwischen dem Westen und Osten des eurasischen Kontinents führt“. Dies schreibt Studienleiter Judah Cohen vom Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Dieser höhere Temperaturunterschied sorgt für eine Störung des Polarwirbels. „Und wenn er geschwächt ist, wird das Wetter im Winter extremer“. So erklärt der Studienleiter die neuesten Erkenntnisse weiter.

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Und die Vergangenheit zeigte es bereits. Der letzte Winter begann viel zu warm. Und dann setzte im Februar 2022 plötzlich eisige Kälte mit viel Schneefall ein. So gab es auch in Baden-Württemberg so viel Schnee wie schon lange nicht mehr.

Und dieser Winter soll ähnlich verlaufen. Die ersten Wintermonate Dezember und Januar werden zu warm ausfallen. Dies sagen die Wettermodelle voraus. Im Februar erwarten die Experten dann einen Kälteeinbruch. Es soll auch viel Schnee geben.