September auf Rekordkurs – Deutschland erlebt historische Wärme

Auf dem Bild ist ein leuchtend rotes Ahornblatt zu sehen. Eine Hand hält das Blatt vor die Sonne, im Hintergrund sind viele goldgelbe und orangefarbene Bäume zu sehen.
Symbolbld © istockphoto/Marco_Piunti

Der Sommer 2026 hat in Europa deutliche Spuren hinterlassen. Von Juni bis August lag die Durchschnittstemperatur über dem europäischen Festland 1,17 Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Damit erreichte Europa den drittwärmsten Sommer seit Beginn der ERA5-Aufzeichnungen.

Europas Länder kämpfen mit der Sommerhitze

Die hohen Temperaturen beschränkten sich nicht auf einzelne Länder. Vor allem Westeuropa bekam die Hitze deutlich zu spüren, aber auch Mittel- und Teile Osteuropas verzeichneten überdurchschnittliche Werte. Frankreich, Spanien, England und Irland erlebten mehrere Hitzeperioden, hinzu kamen hohe Temperaturen in Deutschland, der Schweiz und Norditalien. Besonders auffällig war die Entwicklung in Frankreich: Dort dauerte eine Hitzewelle im Juli 16 Tage. Zugleich litten verschiedene Regionen unter Trockenheit und erhöhter Waldbrandgefahr. Allerdings verlief der Sommer nicht überall gleich. Teile Skandinaviens und Osteuropas blieben zeitweise kühler. Die europäischen Messdaten zeigen deshalb ein deutliches regionales Gefälle.

September auf Rekordkurs: Herbst startet ungewöhnlich warm

Auch für die kommenden Jahrzehnte erwarten Forschende keine Entspannung bei der europäischen Hitze. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur nehmen heiße Tage und längere Hitzewellen bereits zu, und Klimamodelle rechnen mit einer weiteren Verstärkung. Unter einem Szenario mit hohen Emissionen könnte sich die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts in Europa stark erhöhen. Besonders betroffen wäre Südeuropa. Gleichzeitig verändern sich die Jahreszeiten: Kalte und frostige Tage werden seltener, und warme Perioden können häufiger bis in den Herbst reichen.

Lesen Sie auch
Sommer-Finale mit 26 Grad – dann droht erster Bodenfrost

In Deutschland setzte sich die Wärme auch im September fort. Bis zur Monatsmitte lag das Flächenmittel nach vorläufigen Auswertungen bei gut 17 Grad und damit rund vier Grad über dem langjährigen Septembermittel. Am 8. September erreichte die Station Ohlsbach am Oberrhein 34,5 Grad. An diesem Tag registrierte der Deutsche Wetterdienst an vielen Stationen im Süden die höchsten Septemberwerte seit Beginn der jeweiligen Messungen. Danach änderte sich die Wetterlage jedoch deutlich: Eine Kaltfront brachte Gewitter, Starkregen, Sturmböen und örtlich Hagel. Anschließend strömte kühlere Meeresluft nach Deutschland. Von Donnerstag an sollte eine westliche Strömung die Temperaturen auf etwa 18 bis 24 Grad drücken.

(Quellen: DWD, Wetter.net, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)