Strenge Kältewelle – trotz Erderwärmung: Experten schlagen Alarm

Fahrradfahren im Winter. Eine Person fährt Rad durch tiefen Schnee in wilder Natur. Sie trägt eine rote Jacke. Durch den Schneesturm ist die Gegend schwer erkennbar.
Symbolbild © istockphoto/FotoDuets

Der Klimawandel hat nicht nur Hitzewellen zur Folge. Auch Kältewellen, wie es aktuell der Fall ist, gehören zu den Wetterextremen, mit denen die Menschen künftig rechnen müssen. Experten warnen jetzt.

Die Winter der letzten Jahre waren vergleichsweise mild, sodass es überraschend ist, wenn Schnee und Eis plötzlich die Vorherrschaft übernehmen. Rückblickend gab es ähnliche Kältewellen jedoch auch in nicht allzu ferner Vergangenheit.

Kältewelle nach vielen milden Wintern

Der Winter 2024/2025 war mild und trocken. Nur selten hat sich ein Krümel Schnee nach Deutschland verirrt. Das hat positive und negative Seiten. Positiv: Die Straßen und Wege waren frei – kein Glatteis, keine Rutschgefahr, weniger Unfälle. Negativ: Aufgrund des wenigen Niederschlags sank der Grundwasserspiegel bedrohlich tief. Dies hatte zur Folge, dass spätestens im Sommer 2025 das Trinkwasser rationiert werden musste.

Blickt man jedoch etwa auf die letzten zehn Jahre zurück, zeichnet sich ein durchwachsenes Bild. So war der Dezember 2022 beispielsweise so kalt wie zuvor lange nicht. Auch 2019 und 2021 gab es kurze, aber heftige Kältewellen. Nur sind die meisten Menschen solche Winter nicht mehr gewöhnt. Seit den Neunzigerjahren beachten Experten einen generellen Rückgang von Schneefällen. Vor vier Dekaden wäre ein Winter, so wie er jetzt ist, vollkommen normal gewesen. Doch damit ist es nicht getan.

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Trotz Erderwärmung kommen strenge Kältewellen

Für Mitte Februar prognostizieren Experten einen Temperaturabfall bis zu minus 20 Grad. Geht es nach dem Hundertjährigen Kalender, steht vom 9. bis 12. Februar eine „sehr große Kälte“ an. Eine solche drohe sogar im April. Statistisch gesehen ist zwar der Januar der kälteste Monat in Deutschland, doch sind im Februar gerade nachts derartige Temperaturen nicht ausgeschlossen. Die Gründe für die derzeitige Kältewelle – und weitere, die folgen – liegen hoch oben im Norden.

Wetterexperten zufolge deutet sich ein sogenannter Polarwirbelsplit über der Arktis an. Dabei handelt es sich um eine stratosphärische Störung, die eisige Kältewellen nach Mitteleuropa bringen könnte – und das sogar noch bis in den Frühling hinein. Zwar sollen die Temperaturen zwischenzeitlich immer mal ein Stück nach oben klettern, aber Frostschübe sind immer wieder möglich. Ist das Tiefdrucksystem über der Arktis im Gleichgewicht, bleibt die Polarluft auch in jener Region. Durch den Split gelangen jedoch wiederholt Ausreißer von dort aus Richtung Süden.

(Quellen: Deutscher Wetterdienst (DWD), Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dpa)