Temperatursturz in Deutschland: Eisheilige bringen Winter zurück

Ein Mann mit einem Regenschirm spaziert durch die Straßen einer Großstadt. Es scheint Winter zu sein. Das Wetter ist grau und es schneit stark. Im Hintergrund kann man mehrere Gebäude erkennen.
Symbolbild © istockphoto/nemar74

Pünktlich zu den Eisheiligen wird es in Teilen des Landes noch einmal ganz schön ungemütlich. Der Temperatursturz in Deutschland könnte regional sogar Frost und leichte Minusgrade bringen.

Temperatur-Schock im Mai! Die Eisheiligen stehen vor der Tür – und manche Regionen müssen tatsächlich bibbern.

Kalte Nächte sorgen für Bangen

Der Frühling zeigt sich derzeit von seiner freundlichen Seite – doch mitten im Wonnemonat Mai droht plötzlich der nächste Wetterdämpfer. Ausgerechnet zu den gefürchteten Eisheiligen könnte die Temperatur in einigen Teilen Deutschlands noch einmal deutlich absacken. Besonders in der Nacht zum 12. Mai wird es spannend. Meteorologen rechnen zwar nicht mit einem flächendeckenden Winter-Comeback, doch in einigen Regionen könnte es tatsächlich noch einmal frostig werden. Vor allem höhere Lagen der Mittelgebirge geraten in den Fokus. Betroffen sein könnten unter anderem die Nordeifel, das Hohe Venn, das Rothaargebirge, der Harz, die Rhön, der Thüringer Wald und das Erzgebirge. Dort sind örtlich sogar leichte Minusgrade möglich.

In den meisten tiefer gelegenen Regionen bleibt die Lage dagegen deutlich entspannter. Die Temperaturen sinken dort meist nur auf zwei bis fünf Grad. Im Alpenvorland Südbayerns bleibt es mit mehr als sechs Grad sogar vergleichsweise mild. Auch in der Nacht vom 12. auf den 13. Mai hält sich die Frostgefahr eher in Grenzen. Während im Norden und Westen oft sechs bis acht Grad erreicht werden, bleibt es im Süden und Osten mit zwei bis vier Grad etwas frischer. Echter Frost bleibt aber die Ausnahme. Ab dem 14. Mai sieht es dann vielerorts wieder deutlich freundlicher aus. Bundesweit werden überwiegend milde Tiefstwerte zwischen fünf und acht Grad erwartet. Nur vereinzelt könnten die Temperaturen in einigen Mittelgebirgen oder in Bayern noch einmal Richtung zwei Grad sinken.

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Die Wahrheit hinter den Eisheiligen

Die Eisheiligen gelten seit Jahrhunderten als Warnsignal für den letzten Kälteeinbruch des Frühjahrs. Gemeint sind die Tage vom 11. bis 15. Mai – benannt nach den Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia. Mit Eis und Frost hatten die Heiligen selbst allerdings nie etwas zu tun. Die Bauernregel entstand aus bitterer Erfahrung. Über Jahrhunderte waren Spätfröste eine echte Gefahr für die Landwirtschaft. Wer zu früh pflanzte, riskierte massive Ernteausfälle. Deshalb galt lange die eiserne Regel: empfindliche Pflanzen erst nach Mitte Mai ins Freie setzen.

Experten weisen heute darauf hin, dass Spätfröste im Mai zwar regelmäßig auftreten, aber keineswegs immer genau zu den Eisheiligen. Wegen der Kalenderreform von 1582 müssten die „echten“ Eisheiligen nach heutiger Zeitrechnung sogar eher Ende Mai liegen.

(Quellen: Deutscher Wetterdienst, Meteorologen, Wettermodelle, dpa)