Gesichtet: Gefährliches Tier breitet sich aus in Baden-Württemberg

Schwarzwald mit dem Mummelsee.
Symbolbild

Eine Gefahr für die heimische Natur: Ein kleines Tier aus den USA breitet sich jetzt wie ein Lauffeuer in Deutschland aus. Der Hunger der kleinen Biester scheint endlos zu sein.

Immer mal wieder hört man, dass sich ein exotisches Tier in Deutschland ausbreitet. So gibt es beispielsweise eine große Papageienfamilie, die sich in Stuttgart niedergelassen hat. Teilweise handelt es sich, wie bei der asiatischen Tigermücke, sogar um für den Menschen gefährliche Insekten. Jetzt breitet sich ein weiteres Tier in der Republik aus und stellt vor allem für die Flora und Fauna der Region eine erhebliche Gefahr dar. Das eine Problem ist, dass die kleinen Lebewesen sich unglaublich schnell fortpflanzen. Das andere Problem ist ihr nicht enden wollender Hunger, der dafür sorgt, dass dort, wo sie sich aufhalten, kaum Natur übrig bleibt.

Klein aber gefährlich

Bei dem Tier, das sich ausbreitet, handelt es sich um neun Zentimeter große Krebse. Genau genommen die sogenannten Kalikokrebse, welche ihren Ursprung in Nordamerika haben. Jetzt tummeln sich die kleinen Tierchen allerdings auch in Scharen an deutschen Gewässern. So klein die Krebse auch sind, so groß ist ihr Hunger. Und so futtern sie, was ihnen vor die Scheren kommt. Wo sie unterwegs sind, bleibt keine Pflanze stehen und das geht so weit, dass die Krebse sich im Notfall sogar gegenseitig fressen.

Problematisch ist das vor allem für die heimische Natur, denn sie vermehren sich rasend schnell. Eine einzelne Krebsdame legt unglaubliche 150–500 Eier. Dadurch erklärt sich schnell, wie es möglich ist, dass 60.000 Kalikokrebse an einem Tümpel in Karlsruhe gesichtet wurden. Neben den Krebsen ist in dem Gewässer im Ort Rheinstätten jedoch nichts übrig geblieben. Denn die Tiere haben Wasserpflanzen, Kaulquappen und Insektenlarven vernichtet. Zurück bleibt braunes Wasser ohne Leben.

Rettet die Schildkröten

Dadurch, dass das kleine Tier sich so rasant ausbreitet, ist allerdings nicht nur die Pflanzenwelt bedroht. Die gefräßigen Krebse rauben einigen ohnehin vom Aussterben bedrohten Tierarten zudem den Lebensraum. Davon betroffen ist vor allem die Sumpfschildkröte, welche dieselben Gegenden bevorzugt wie die Kalikokrebse. Indem die amerikanischen Einwanderer die Sümpfe im Oberrhein vernichten, kann die Schildkrötenart hier nicht wie geplant angesiedelt werden.

Und genau das ist seit Jahren der Plan eines deutsch-französischen Forschungsteams. Um das Projekt Sumpfschildkröte hier trotzdem umsetzen zu können, benötigt das Team dringend mehr als eine Million Euro. Behoben werden kann die Krebsproblematik damit jedoch nicht. Experten gehen davon aus, dass die Ausbreitung der von den Menschen nach Deutschland gebrachten Kalikokrebse zwar eingedämmt, aber nicht gestoppt werden kann. Aktuell sind vor allem die Städte Wiesbaden, Düsseldorf und Sindelfingen sowie der Schwarzwald betroffen.