Hunderte Arbeiter: Industriekonzern gerettet in Baden-Württemberg

Ein Arbeiter steht vor einer riesigen Anlage in einer großen Industriehalle und legt seine Hand auf etwas, das aus Stahlringen besteht. Er trägt einen Helm für mehr Sicherheit bei seinen Arbeiten
Symbolbild © imago/Rupert Oberhäuser

Ein Industriekonzern in Baden-Württemberg, der den Standort im Ländle eigentlich schließen wollte, konnte nun gerettet werden. Hunderte Mitarbeiter hatten um ihren Job gebangt. Die Rettung bringt jedoch einen kleinen Wermutstropfen mit sich.

Hunderte Mitarbeiter bangten um ihren Job, denn ein Industriekonzern wollte seinen Standort in Baden-Württemberg eigentlich schließen. Die Schließung konnte nun abgewendet werden, doch ein kleines Opfer musste dafür gebracht werden.

Pläne lösten Empörung aus

Als der Industriekonzern letztes Jahr bekannt gab, dass er weltweit über 800 Stellen streichen wolle und auch den Standort in Baden-Württemberg schließen müsse, löste dies eine echte Welle der Empörung aus – nicht nur unter den Angestellten, sondern auch in der Öffentlichkeit. Eigentlich sei die Schließung beschlossene Sache gewesen, so hieß es zumindest. Die Verantwortlichen wollten mit diesen Plänen das Unternehmen konkurrenzfähiger machen. Die Profitabilität sollte verbessert und mittelfristige Wachstumsziele erreicht werden. In Baden-Württemberg hätte dieses Vorgehen 270 Mitarbeiter ihren Job gekostet. Doch die Gewerkschaftsvertreter leisteten erheblichen Widerstand gegen die Pläne.

Alternativkonzept bringt die Wende

Die Mühen der Gewerkschaft sollten sich lohnen. Zusammen mit dem Betriebsrat und dem IMU Institut in Stuttgart arbeitete die IG Metall Offenburg ein Alternativkonzept zu den Plänen der Unternehmensführung aus. Dieses Konzept habe für den Schweizer Konzern Dormakaba ein bedeutend geringeres Risiko bedeutet, so Thomas Flamm, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Offenburg. Hätte man die ursprünglichen Pläne des Konzerns in die Tat umgesetzt, so hätte man seiner Meinung nach „den gesamten Konzern gegen die Wand gefahren“. Deshalb habe man sich an die Ausarbeitung eines Konzepts gemacht, um sowohl das Unternehmen als auch die Mitarbeiter zu retten.

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Das Konzept war ein voller Erfolg und brachte die Schweizer zum Umdenken. Die Schließung des Industriekonzerns in Baden-Württemberg konnte so abgewendet werden. Doch einen kleinen Wermutstropfen hat der Plan dennoch: Rund siebzig Mitarbeiter sollen trotzdem entlassen werden. Endgültig sei diese Zahl jedoch nicht, denn es hätten schon Angestellte von sich aus gekündigt. Außerdem sollen Stellen innerhalb des Unternehmens umbesetzt werden. Aus diesen Gründen rechnet die Gewerkschaft lediglich mit einer Entlassung von dreißig bis vierzig Mitarbeitern.