Kahlschlag: Großkonzern aus Baden-Württemberg entlässt Arbeiter

Ein Luftbild eines großen, abgelegenen Werks/einer industriellen Produktionsstätte mit mehreren Gebäuden, Nutzfahrzeugen und Parkplätzen. Im Hintergrund schließt eine leere Feldfläche die gewaltige industrielle Anlage an.
Symbolbild © imago/Rainer Weisflog

Ein Großkonzern mit mehreren Standorten in Baden-Württemberg entlässt jetzt Arbeiter und bezeugt damit die schlechte Wirtschaftslage in ganz Europa. Dieser Stellenbau ist geplant und soll schon bald stattfinden.

Obwohl die Wirtschaft in Baden-Württemberg, historisch und aktuell immer noch, zu den stärksten in Deutschland gehört, entlässt ein Großkonzern hier jetzt womöglich einige Arbeiter. Die Gründe dafür sind vielschichtig, wie zuletzt häufiger in den Inflations- und Krisenjahren der 2020er.

Entlassungen durch Auswirkungen der Neustrukturierung eines Großkonzerns

In der gegenwärtigen schlechten Wirtschaftslage steht auch die Schweizer Pharmaindustrie vor vielen Herausforderungen. Denn Takeda, ein japanischer Pharmakonzern, plant, am Hauptsitz in Opfikon im Kanton Zürich 120 Arbeitsplätze abzubauen. Davon wären allerdings eventuell auch Standorte und Mitarbeiter in Baden-Württemberg betroffen. Die geplante Neustrukturierung bei Takeda zielt darauf ab, die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens zu sichern.

Die sinkende Nachfrage nach der Coronapandemie und die gestiegenen Kosten machen der Branche zu schaffen. Daher sieht sich Takeda gezwungen, Arbeitsplätze zu streichen. In der Schweiz betreibt Takeda neben Opfikon auch eine Produktionsstätte in Neuenburg, wo Medikamente zur Hämophilie-Behandlung hergestellt werden. Diese Einrichtung beschäftigt rund 650 Mitarbeiter. Die Auswirkungen der Neustrukturierung werden in der gesamten Pharmaindustrie spürbar sein.

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Große Unsicherheit über mögliche Entlassungen auch in Deutschland

Der japanische Pharmakonzern ist nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland stark vertreten. In Baden-Württemberg betreibt Takeda zwei von insgesamt vier deutschen Standorten – in Konstanz und Singen. Der Standort Singen erweiterte man in aufwendiger Arbeit erst kürzlich, was eigentlich die Bedeutung Deutschlands für den Konzern unterstreicht. Die harten Maßnahmen scheinen aber dennoch festzustehen, zum Leidwesen der betroffenen Mitarbeiter. Ob die deutschen Standorte von den Kürzungen betroffen sind, steht zwar noch nicht fest, doch allein diese Debatte verunsichert natürlich alle Beteiligten.

Diese Ungewissheit belastet die Mitarbeiter und die Region, die stark von der Pharmaindustrie abhängig ist. Auch die Werke in Oranienburg und Berlin könnten betroffen sein, was die Spannungen weiter erhöht. Die geplanten Kürzungen bei Takeda sind ein weiterer Schlag für die bereits angeschlagene Pharmaindustrie in der Schweiz und auch in Deutschland. Die Unsicherheit über die zukünftigen Arbeitsplätze belastet die Mitarbeiter und könnte langfristig das Vertrauen in die Stabilität des Konzerns untergraben.