Lkws zerstört: wieder Probleme bei neuer Teststrecke „eWayBW“

Teststrecke für Elektro-Lkw mit Oberleitung
ARCHIV - Foto: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

„eWayBW“ ist eine neue Lkw-Teststrecke und ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg. Doch es kommt immer wieder zu gravierenden Problemen.

Auch aktuell gibt es wieder Probleme bei eWayBW. Diesmal im Murgtal. Drei Lkw sind defekt.

Erste Ergebnisse zu eWayBW

In den vergangenen Monaten sorgte das Projekt für wenig Schlagzeilen. Doch nun gibt es Ergebnisse bei der Begleitforschung zu eWayBW. Die Forschungsleiterin vom Karlsruher Fraunhofer-Institut (ISI) stellt diese vor.

Die Ergebnisse kommen aus dem Bereich der Akzeptanzforschung aus der Abteilung für System- und Innovationsforschung und zeigen die wissenschaftliche Seite des Feldversuchs.

Dabei greifen sie auf die bisherigen Daten zurück. Da es sich um einen Pilotversuch handelt, gibt es keine Mindestanzahl von Fahrten, die ausgewertet werden müssen. In diesem Fall zählt jeder gefahrene Kilometer. Die Forschung profitiert von jedem Lkw, der im Realbetrieb Daten liefert. Doch leider können die Lkw nicht so fahren wie geplant.

Lesen Sie auch
Risikostufe "hoch": Seuche ausgebrochen in Baden-Württemberg

Es gab viele Rückschläge

eWayBW hat immer wieder Probleme. Im Sommer waren zwischenzeitlich vier von fünf Oberleitungs-Lkw defekt. Sie waren wochenlang nicht im Einsatz. Und auch derzeit sind nur zwei von insgesamt fünf Oberleitungs-Lkw im Einsatz. Die anderen drei sind aufgrund von technischen Problemen in der Werkstatt. In den vergangenen Wochen und Monaten fuhren somit nur zwei Testfahrzeuge auf der Strecke. Und das bereits seit Juli. Dabei sollten alle fünf Fahrzeuge seit September wieder fahren. So lauteten die Angaben laut Verkehrsministerium.

Das aktuelle Problem ist ein Software-Fehler. Dadurch haben die Lkw kurze Zeit einen Verlust der Antriebskraft. Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich zudem, wenn die Fahrzeuge mit ausgefahrenem Stromabnehmer an der Kreuzung stehen. Deswegen ist auch der kürzere Teilabschnitt der Oberleitungs-Strecke bei Bad Rotenfels derzeit noch nicht in Betrieb.

Lesen Sie auch
Energiewende: Baggerseen bekommen schwimmende Solaranlagen

Oberleitungsbetrieb hat viele Fallstricke

Aufgrund der hohen Ausfälle gibt es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Technologie. Die Daten der Oberleitungsfahrten sind begrenzt. Die Lkw sind aber allesamt mit sogenannten Datenloggern ausgestattet. Diese sammeln ebenfalls Daten, etwa zur Laufleistung. Bei den Datenloggern gab es jedoch ebenfalls einige technische Probleme.

Doch nicht alle Probleme stehen mit der Oberleitungstechnik in Verbindung. Denn der Lkw-Hersteller Scania testet parallel noch andere Technologien. Dies führte ebenfalls zu einigen Ausfällen der Test-Fahrzeuge.

Das Pilotprojekt wird aber noch einige Zeit weitergeführt und liefert nach und nach immer mehr Daten und Hinweise. Somit können die Probleme mit der Zeit bestimmt behoben werden.