Traurig: Restaurant muss jetzt gegen Gäste vorgehen in BW

Schild an Gäste in Restaurant
Foto: facebook/Krabba-Nescht

Die Gastronomie hat während der Coronakrise sehr gelitten, sowohl die Betreiber als auch das Personal. Nun reagiert eine Wirtin.

Harte Zeiten liegen hinter Deutschlands Gastronomie. Es gab Schließungen, Sperrstunden und Beschränkungen, die Gäste blieben aus. Aber nicht nur das, auch das Personal flüchtete zunehmend.

Viele Bedienungen suchten sich während des Lockdowns einen anderen Job und wechselten die Branche.

Das Personal fehlt mehr denn je

Mittlerweile sind die Restaurants wieder gut gefüllt. Es gibt keine Einschränkungen mehr. Gäste genießen das schöne Wetter wieder in Biergärten und der Außengastronomie.

Doch das Personal fehlt leider immer noch. Und die noch vorhandenen Mitarbeiter werden von den Gästen oft respektlos behandelt. Dies macht einer Wirtin in Baden-Württemberg große Sorgen.

Nachdem jetzt eine Bedienung von einem Gast „angeschnauzt“ wurde und sogar weinen musste, ergriff sie eine Maßnahme. Sie ermahnt jetzt ihre Gäste zur Freundlichkeit. Damit nicht noch mehr Personal das Handtuch wirft.

Wirtin stellt Schild am Eingang auf

Die Wirtin appelliert direkt am Eingang an ihre Gäste. Sie hat ein Schild aufgestellt, auf diesem steht: „Bitte seien Sie nett zu unseren Bedienungen. Noch immer sind Kellner schwerer zu bekommen als Gäste.“

Die besagte Wirtin ist Christine Klein-Seeger. Sie betreibt das Restaurant „Krabba-Nescht“ im baden-württembergischen Calw. Und anscheinend hat sie es öfter mit respektlosen Gästen zu tun.

Die Wirtin ist selbst ziemlich unglücklich über dieses Schild, sah sich aber zu dieser Maßnahme gezwungen. Anlass war ein konkreter Vorfall zwischen einem Gast und einer 22-jährigen Bedienung. „Das Mädchen hatte wirklich alles gegeben. Und dann meinte der Gast, sie solle mal die Füße in die Hand nehmen und seinen Tisch schneller abräumen“. Dies erzählt Klein-Seeger einer Zeitung.

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Das Mädchen fing daraufhin an zu weinen. „Es ist traurig, dass man überhaupt ein solches Schild schreiben muss. Aber die Leute sind seit Corona einfach ungeduldiger geworden“. So lautet die Erkenntnis der Wirtin.

Die Meinungen im Netz sind gespalten

Ob das Schild bereits Wirkung zeigte, ist nicht bekannt. Doch auf Facebook wird heftig darüber diskutiert.

„Traurig, dass die Kunden aufgefordert werden müssen, zu der Bedienung nett zu sein. Was doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Wo sind wir nur hingekommen“, schreibt eine Nutzerin verärgert. Ihrer Meinung sind viele, jedoch nicht alle.

Einige User sehen den Grund für den Personalmangel nämlich bei der Gastronomie selbst und nicht bei den unfreundlichen Gästen. „Die Leute anständig bezahlen, dann klappt es auch mit schwierigen Gästen“. So lautet einer der kritischen Kommentare.

Die Stimmung im Betrieb wird ebenfalls hinterfragt. Denn diese sei ausschlaggebender als die Gäste, meint ein anderer.

Gegen diese Vorwürfe wehrt sich Christine Klein-Seeger jedoch. „Wir zahlen übertariflich und alles an Zulagen, was geht. Die Mitarbeiter dürfen auch das Trinkgeld selbst behalten“, sagt sie dazu.