Anlage gebaut: Ersten Maßnahmen in Karlsruhe gegen Dürre

Symbolbild

Karlsruhe Insider: Neues Bewässerungssystem.

In ganz Deutschland setzt die Trockenheit die ganzen Wälder unter Stress. Ein Bewässerungssystem soll dabei helfen, die Bäume vor dem Dürre-Tod zu bewahren. In Graben-Neudorf läuft derzeit ein solcher Versuch.

Zischend schießen Wasserfontänen impulsartig aus den Aluminiumrohren der Kreisregner. Karin Herrendorf vom Forstrevier Hardt blickt zufrieden auf das 0,7 Hektar große Waldgrundstück, auf dem gerade junge Baumsetzlinge beregnet werden.

Nach den trocknen Sommern 2015, 2018, 2019 und 2020 mussten hier, entlang der Bahnlinie von Graben-Neudorf, fast alle Bäume gefällt werden. In den meisten Fällen waren es die Kiefern, die in dieser Waldgegend am häufigsten vorkommen, und trotz tiefer Pfahlwurzeln vertrocknet oder von Schädlingen befallen waren. Im Frühjahr 2021 wurde aus der gerodeten Fläche eine Bewässerungsversuchsfläche.

Es wurden hier fast 3.000 junge Bäume gepflanzt, wie etwa die ungarische Eiche, die nach den Studien der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg besser mit der Trockenheit und Hitze klarkommt.

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Durch die geringen Niederschlagsmengen und die Hitze kommen die Bäume in Stress. Da haben sekundäre Schädlinge wie Insekten oder Pilze leichtes Spiel. Auch Misteln sieht man häufig in den Baumkronen der Kiefern. Sie befallen vor allem schwächere Bäume und entziehen ihnen auch noch das dringend benötigte Wasser.

Bäume können sich bis zu einem gewissen Grad gegen Hitze schützen. Viele Buchen warfen bereits im August im Trockensommer 2003 schon ihre Blätter ab, um weniger Wasser zu verdunsten. Doch letztlich droht jedem Baum – ob Flach- oder Tiefwurzler – bei längerem Wassermangel das Aussterben.