Autonomes Fahren: Karlsruhe investiert über 100 Millionen Euro

Ein Bus, der autonom fährt.
Symbolbild © istockphoto/Kinwun

Karlsruhe investiert über 100 Millionen Euro in autonomes Fahren. Damit will die Stadt die Zukunft fördern. Ein Forschungsprojekt macht große Fortschritte. Alle Infos gibt es in diesem Artikel.

Für ein Forschungsprojekt, das autonomes Fahren vorantreibt, investiert Karlsruhe nun über 100 Millionen Euro. Im Rahmen des Projekts werden große Fortschritte erzielt, die zukunftsweisend sein könnten. Alle Hintergründe gibt es in diesem Artikel.

Am Anfang stand die Skepsis

Große Begeisterung für die Testfelder für das autonome Fahren in Karlsruhe und Heilbronn gab es anfangs in der Landespolitik nicht. Ganz im Gegenteil: Als Verkehrsminister Winfried Hermann und andere Abgeordnete im Oktober 2022 das Unternehmen Argo AI in Pittsburgh in den USA besuchten, waren einige Teilnehmer sogar überzeugt, dass man die Testfelder in Karlsruhe und Heilbronn nicht mehr brauche. Denn der CEO von Argo AI, Bryan Salesky, sagte, dass man die gesammelten Daten eines Testfeldes zwar gern „mitnehme, aber eigentlich nicht bräuchte“. Nach diesem Besuch zweifelte auch der Verkehrsminister selbst an der Sinnhaftigkeit des Projektes in Karlsruhe.

Skepsis weicht der Begeisterung

Doch auch wenn die Autohersteller die Innovationen rund um das autonome Fahren selbst entwickeln, bietet das Testfeld für autonomes Fahren (TAF) des Forschungszentrum Informatik (FZI) Raum für andere Themen und Entwicklungen. So können besonders kleine und mittlere Unternehmen die Umgebung nutzen, da ihnen die Bedingungen zur Umsetzung ihrer Technologien fehlen.

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Somit hat das FZI in Karlsruhe eine Nische gefunden und kann sich über Förderprojekte von rund 122 Millionen Euro freuen. Davon steuert das Land zwölf Millionen bei, der Bund 74 Millionen und die EU 36 Millionen. 44 Millionen Euro für sechs weitere Projekte sind fest eingeplant. Unter anderem will man Kleinbusse autonom fahren lassen und Firmen und Forschungseinrichtungen können ihre Simulationen und Validierungen einsetzen. Des Weiteren sind Probefahrten für die Typgenemigung von autonomen Fahrzeugen möglich. Außerdem soll es weitere Formate geben, die den Zugang zu der Technologie ermöglichen sollen.

Trotz des großen Fortschritts fährt in den Testgebieten auf dem Campus sowie auf bestimmten Strecken in Karlsruhe und Heilbronn immer ein Sicherheitsfahrer mit. Denn auch wenn die Technologie sehr weit ausgereift ist, geht die Sicherheit stets vor.