Grippewelle: Karlsruher Krankenhaus erreicht seine Grenzen

Eine Corona-Intensivstation in Deutschland. Patienten werden hier behandelt.
Symbolbild © istockphoto/PatrikSlezak

Die Kliniken in Karlsruhe sind an ihrer Kapazitätsgrenze. Denn immer mehr Menschen sind krank. Vor allem Kinder und Säuglinge.

Extremer Husten, Fieber und Schnupfen. Das RS-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus) wütet derzeit heftig in Deutschland und immer mehr Kinder und Säuglinge müssen in die Notaufnahme. Krankenhäuser geraten immer mehr in die Bredouille. Auch in Karlsruhe.

Grippewelle in Deutschland

Das RS-Virus hat etwa die gleichen Symptome wie die Grippe. Und derzeit sind hunderte Menschen davon betroffen. Aktuell müssen ca. 90 bis 100 Patienten täglich in der Kindernotaufnahme in Karlsruhe versorgt werden. Bei ca. 15 bis 20 Patienten davon ist eine stationäre Aufnahme danach nötig.

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Schuld daran sind sowohl die aktuelle Grippewelle als auch das RS-Virus. Bei diesem Virus handelt es sich um eine Atemwegsinfektion, die hauptsächlich bei Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren auftritt. Dies erklärt das Robert Koch-Institut (RKI). Deshalb sind in der Kinderklinik in Karlsruhe derzeit zwei Stationen als Infektstationen reserviert. In der Regel verläuft aber diese Atemwegsinfektion nur in einem Prozent der Fälle so schwer, dass ein stationärer Aufenthalt nötig ist. Dies gibt der Klinikchef an.

Kinder müssen notfallmedizinisch versorgt werden

Sind die kleinen Patienten so stark erkrankt, dass sie in die Klinik müssen, stehen häufig Sauerstoffabgaben und Infusionen auf dem Programm. Sind die Kinder sehr schwer erkrankt, sind auch Atemhilfen nötig. In einigen Fällen ist sogar eine künstliche Beatmung auf der Intensivstation unumgänglich. Diese Maßnahmen lindern jedoch lediglich die Symptome dieser Erkrankung und in den meisten Fällen verläuft die Infektion auch harmlos.

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Krankenhausbetten sind knapp

Aber nicht nur der RS-Virus wütet in Deutschland, sondern auch die Influenza. Derzeit treten vor allem verstärkt kombinierte Infektionen auf. Deswegen sind die Betten für Patienten mit anderen Erkrankungen zurzeit knapp. Dies gilt hauptsächlich für die Kinderstationen in Karlsruhe.

Aus diesem Grund müssen die Karlsruher Krankenhäuser teilweise geplante Klinikaufenthalte absagen. Die Wartezeit für die Kinderklinik wird zudem immer länger. Aber nicht nur in Karlsruhe ist die Situation angespannt. In ganz Deutschland ist die Situation ähnlich.