In Seniorenheim bei Karlsruhe ziehen jetzt über 100 Flüchtlinge ein

Neue provisorische Flüchtlingsunterkunft Pressetermin vor der Inbetriebnahme der Wohncontainer für Flüchtlinge
Symbolbild © imago/Sylvio Dittrich

In ein Seniorenheim bei Karlsruhe ziehen jetzt über 100 Flüchtlinge ein. Woanders gab es keinen Platz für die vielen Menschen. Alle Infos gibt es in diesem Artikel.

In ein Seniorenheim bei Karlsruhe ziehen jetzt über 100 Flüchtlinge ein. Hier finden sie Platz, den es woanders für die vielen Menschen nicht gibt. Wir berichten über die kuriose Maßnahme.

Unterbringung von Flüchtlingen eine Herausforderung

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es für Städte und Gemeinden immer wieder eine Herausforderung ist, Flüchtlinge in geeigneten Wohnräumen unterzubringen. Zum einen herrscht gerade in den Großstädten Deutschlands schon eine enorme Wohnungsnot. Wer zum Beispiel in Berlin in eine andere Wohnung ziehen möchte, muss entweder lange warten oder gibt gleich auf. Wenn dann noch Flüchtlinge kommen, die ebenfalls eine menschenwürdige Unterkunft benötigen, kann dies zu einer echten Geduldsprobe werden. Schließlich will man dafür sorgen, dass der Wohnraum einen Mindeststandard an Lebensqualität aufweist. Kein Mensch will in einem Raum untergebracht werden, in dem es am Nötigsten fehlt.

Seniorenheim als Wohnraum für über 100 Flüchtlinge

Andererseits gibt es immer wieder Gebäude, die leer stehen oder leer stehen würden, wenn man ihnen keinen anderen Zweck zuweisen würde. Dies brachte den Technischen Ausschuss in Bad Herrenalb am 10. April dazu, grünes Licht für die Nutzungsänderung des Wohnheims für Senioren in der Nähe von Karlsruhe zu geben. Lediglich zwei stimmten dagegen und es gab eine Enthaltung.

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Somit soll das einstige Park-Wohnstift im Gaistal nun bald das neue Zuhause von 120 Flüchtlingen werden. 80 Plätze soll der Landkreis vergeben. Die sollen in der ersten und zweiten Etage von Haus Nr. 1 und im ersten Stockwerk von Haus Nr. 3 untergebracht werden. Die Büros und Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss sollen bleiben. Die anderen 40 Plätze sind für die Anschlussunterbringung der Geflüchteten für die Gemeinde Bad Herrenalb im Obergeschoss von Haus Nr. 2 vorgesehen. Große Umbaumaßnahmen sind vor dem Einzug nicht nötig.

Es gibt auch kritische Stimmen

Doch es gibt auch kritische Stimmen, die wenig von der Idee halten. Einige Mitglieder des Ausschusses äußerten Bedenken aufgrund der Integration der Flüchtlinge. Man befürchte auch eine mögliche Überlastung des Seniorenheims. Natürlich benötigten die Flüchtlinge laut Klaus Lienen ein Dach über dem Kopf, aber diese zentrale Unterbringung gleiche eher einer Kasernierung. Rüdiger König vom UBV fürchtet eine höhere Zahl an Flüchtlingen. Da die Kinder der Geflüchteten auch einen Anspruch auf einen Kita- und Schulplatz hätten, bestehe die Gefahr, dass die Gemeinde bei der Betreuung der Kinder und den Folgemaßnahmen allein gelassen werde.