Karlsruher Forscher fordern Bepflanzung von allen Häusern

Eine komplett grün bepflanzte Gebäudefassade.
Symbolbild © istockphoto/Daria Trefilova

Karlsruhe soll grüner werden. Um dies nach dem Umbau der Kaiserstraße zu gewährleisten, soll man die Häuser bepflanzen.

Ein Forstwissenschaftler des KIT Karlsruhe rät zur Begrünung von Gebäuden in der Innenstadt. Denn viele Bürger wünschen sich dort mehr Grün.

Gebäudebegrünung als Alternative

Das KIT rät zu Kletterpflanzen an den Hausfassaden zur Begrünung der Stadt. Diese sollen als Alternative dienen. Denn die Stadt plant, im Rahmen des Umbaus der Kaiserstraße die 48 Platanen dort zu fällen. Der Gemeinderat entscheidet am Dienstag darüber, ob die Platanen wirklich weichen müssen.

Die Stadt möchte die 48 Platanen in der Kaiserstraße fällen und durch Zürgelbäume ersetzen. Viele Bürger wünschen sich jedoch mehr Grün in der Stadt und dafür plädiert auch der Forstwissenschaftler des KIT. Die Zürgelbäume stellen keinen adäquaten Ersatz dar, meinen die meisten. Erst am Wochenende gingen wieder viele Karlsruher für den Erhalt der Platanen auf die Straße.

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Eine Alternative zu den Platanen wären jedoch Kletterpflanzen. Diese könnten ebenfalls für kühlere Temperaturen und Schatten in der Kaiserstraße sorgen.

Kletterpflanzen sind teuer

Für die Stadt sind die Kletterpflanzen keine sinnvolle Alternative, denn es gibt einige Einschränkungen. Kletterpflanzen sind im Gegensatz zu Bäumen wesentlich aufwendiger im Unterhalt. Vor allem bei stark wachsenden Arten ist ein ein- bis zweimaliger Rückschnitt im Jahr erforderlich.

Zudem müsste man Metallbögen an den Hauswänden befestigen. Dafür ist das Einverständnis der zumeist privaten Eigentümer erforderlich. Das zieht wichtige haftungsrechtliche Fragen nach sich, wie, wer bei Schäden durch die Kletterpflanzen haftet.

An sich sind Kletterpflanzen eine gute Idee, findet der Forstwissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Denn sie können die kühlende Wirkung der Bäume unterstützen. Der Wissenschaftler bestätigt aber auch die Bedenken der Stadt. Grüne Fassaden bringen zwar Kühlung, dürfen aber das Mauerwerk nicht zerstören.

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Die Platanen sollen bleiben

Der Forstwissenschaftler des KIT hat zudem Verständnis für die verschiedenen Herausforderungen, die der Umbau der Kaiserstraße mit sich bringt. Doch als Ökologe vertritt er eine klare Position: Die Platanen sollen bleiben. Die geplanten Zürgelbäume stellen seiner Meinung nach keinen Ersatz dar, denn sie benötigen 25 bis 30 Jahre, bis sie die Leistung der bestehenden Platanen erfüllen können.