Nachwuchs im Karlsruher Zoo – „Galt eigentlich als ausgestorben“

Der Eingang vom Karlsruher Zoo bei schönem Wetter und strahlendem Sonnenschein
Symbolbild © imago/agefotostock

Eine besonders schöne Nachricht gibt es aus Karlsruhe: Ein bestimmtes Tier sorgte für Nachwuchs im Karlsruher Zoo. Und das, obwohl es eigentlich als ausgestorben galt.

Ein ganz bestimmtes Tier sorgte für Nachwuchs im Karlsruher Zoo. Dies ist eine besondere Nachricht, da es eigentlich als ausgestorben galt. Mehr über diese ungewöhnliche Art erfährt man in diesem Artikel.

Nachwuchs sorgt für Begeisterung

Was wäre ein Zoo ohne die immer wiederkehrenden Meldungen über Nachwuchs in den einzelnen Gehegen? Geben wir es zu: Wir lieben Tierbabys! Und zwar so sehr, dass wir uns über jede Meldung aus einem Zoo freuen. Viele denken dabei an die Eisbären- und Pandabären-Babys zurück. Sogar in die Namensgebung haben die einzelnen Zoos die Menschen miteinbezogen. Schließlich sehen die Kleinen ja auch zum Knuddeln aus. Gern beobachten Zoo-Besucher die Jungtiere bei ihren ersten Schritten im Außengehege oder wenn sie ihrer Mama tapsig hinterhertrotten.

Kleines Reptil sorgte für Nachwuchs im Karlsruher Zoo

Die Rede ist hier jedoch nicht von tapsigen Bärenbabys, sondern von einem drei bis vier Zentimeter großen Reptil: der Rio-Pescado-Stummelfußkröte. Mitte der 1990er-Jahre galten die kleinen Kröten in der Natur als ausgestorben. Erst 2010 entdeckte man vereinzelte Tiere wieder in freier Wildbahn. Nichtsdestotrotz zählt die Stummelfußkröte zu den 100 am stärksten bedrohten Tierarten.

Im Exotenhaus des Karlsruher Zoos können die Besucher die kleinen Amphibien in einem Extra-Terrarium bestaunen. Bereits letztes Jahr im Juni kam der erste Nachwuchs. Daran will man jedoch weiterarbeiten. Laut dem Kurator für Reptilien und Amphibien und Zootierarzt Lukas Reese ist dies kein einfaches Unterfangen. Er hat die kleinen Kröten genauestens studiert und weiß, dass man optimale Zuchtbedingungen schaffen muss, damit sich die Stummelfußkröte erfolgreich fortpflanzt.

Während der Paarung umschlingt das Männchen ganz fest das Weibchen und wird praktisch wie ein Rucksack herumgetragen. In dieser Zeit frisst die männliche Kröte auch nichts. Es lässt erst los, wenn das Weibchen zur Eiablage bereit ist. Natürlich kann es auch zu Fehlklammerungen kommen. Dann verhungert das Männchen auf dem Rücken des Weibchens. Mit der Nachzucht sei man laut Reese bislang zufrieden, es könne jedoch noch besser werden.